Über die Sammlung

Die Sammlung des Museums für Islamische Kunst umfasst Werke der Kunst, Kultur und Archäologie muslimisch geprägter Gesellschaften von der Spätantike bis in die Moderne. Seine Exponate stammen aus einem Gebiet, das vom südlichen und östlichen Mittelmeerraum über Anatolien, den Vorderen Orient und Zentralasien bis nach Indien reicht. Damit schließen die Ausstellungen des Museums geografisch und kulturgeschichtlich direkt an jene der Antikensammlung und des Vorderasiatischen Museums an, die gleichfalls im Pergamonmuseum gezeigt werden. So können sich die Betrachter an diesem Ort umfänglich und tiefgehend in die Kunst- und Kulturgeschichte jener Jahrhunderte und Regionen begeben.

Der Rundgang im Museum für Islamische Kunst folgt der Chronologie nach Dynastien verschiedener Epochen. Die Frühzeit mit den Großreichen der ersten Kalifen (7. bis 10. Jahrhundert) steht in der Tradition vorislamischer Kulturen der Antike und Irans. Ihre besondere Attraktion bildet die Fassade des Wüstenschlosses von Mschatta. Zusammen mit Stuckwänden aus Wohnungen und Palästen der legendären Kalifenstadt Samarra im heutigen Irak, eine der größten Städte Welt jener Zeit, entsteht hier ein weltweit einzigartiges Panorama frühislamischer Geschichte.

Aus der Mittleren Zeit (11. bis 15. Jahrhundert) stammen bemalte Gebetsnischen aus dem iranischen Kaschan und dem türkischen Konya, feine Tauschierarbeiten auf Metallgefäßen oder die berühmte, faszinierend detailreich geschnitzte Turmkuppel eines Palastpavillons der Alhambra in Granada.

Die berühmte Berliner Teppichsammlung mit ihren intensiv leuchtenden Mustern gehört zum großen Teil der frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert) an. In jener Periode entstand auch das Aleppo-Zimmer mit seiner prachtvoll bemalten Wandtäfelung, zweifelsohne ein Glanzlicht der Sammlung.

Das Museum nennt überdies eine der qualitätvollsten Spezialbibliotheken zu islamischer Kunst, Archäologie und materieller Kultur sein Eigen. Es kooperiert als Forschungseinrichtung international mit Universitäten und Museen besonders jener Regionen, in denen seine Objekte entstanden sind.

Bei all seinen Unternehmungen sieht sich das Museum für Islamische Kunst in dem gegenwärtig sehr schwierigen öffentlichen Islam-Diskurs als Vermittler einer Kultur auf höchstem Niveau. In seinen Ausstellungen kann die Geschichte anderer Kulturen entdeckt werden und so dabei helfen, die Gegenwart zu verstehen. Hieraus bezieht die Sammlung als kultureller Speicher muslimischer Gesellschaften ihre innen- wie außenpolitische Aktualität.

Eine erste Abteilung islamischer Kunst richtete Wilhelm von Bode 1904 im neu eröffneten Kaiser Friedrich-Museum, heute nach ihm Bode-Museum genannt, auf der Museumsinsel Berlin ein. Ihm ist auch die großartige Stiftung farbenfroher Teppiche zu verdanken, die zusammen mit der gemeißelten Fassade des Wüstenschlosses von Mschatta, einem Geschenk des türkischen Sultans an den deutschen Kaiser, den Grundstock des Museums bildete. Später kamen Teile der Sammlung islamischer Kleinkunst aus dem Besitz Friedrich Sarres, des ersten eigenständigen Direktors der Abteilung, sowie zahlreiche Kunstwerke, die von Ausgrabungen herrührten, hinzu. 1932 bezog die Abteilung im neu erbauten Pergamonmuseum geeignetere Räume.

Mit Kriegsbeginn 1939 musste die Ausstellung geschlossen werden. Trotz Sicherung und Auslagerung verbrannten zahlreiche wertvolle Teppiche, der linke Torturm von Mschatta fiel zusammen. Nach der Wiederherstellung dieses bedeutenden frühislamischen Baudenkmals wurde 1954 das "Islamische Museum" im Pergamonmuseum wiedereröffnet. Gleichzeitig wurden die in die westlichen Besatzungszonen ausgelagerten Bestände in das Museum in Dahlem zurückgeführt, wo sie bis 1967 zu sehen waren. Von 1968 bis 1970 gab es eine Ausstellung im Schloss Charlottenburg. 1971 wurde die ständige Ausstellung des "Museum für Islamische Kunst" in einem Neubau im Museumskomplex Dahlem eröffnet. Die Rückführung der nach Kriegsende in die Sowjetunion verbrachten Kunstwerke 1958 und die Restaurierungen des 1912 erworbenen Aleppo-Zimmers sowie zweier Gebetsnischen ermöglichten eine deutliche Erweiterung der Ausstellung im Pergamonmuseum bis 1967.

Nachdem beide Museen infolge des Mauerfalls wieder vereint waren, zog die in den Museen Dahlem gezeigte Schau 1998 aus. Im Frühling des Jahres 2000 konnte das zusammengeführte Museum für Islamische Kunst in der neu gestalteten Ausstellung im Pergamonmuseum eröffnet werden.

Die Publikationen des Museums für Islamische Kunst finden Sie in der Bibliographie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Das Museum für Islamische Kunst präsentiert seine einzigartigen Objekte im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel Berlin.

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Direktor: Prof. Dr. Stefan Weber
Stellvertretende Direktorin: Dr. Ute Franke