Restaurierung

Die Restaurierungswerkstätten des Museums für Islamische Kunst sind seit 2012 im Archäologischen Zentrum der Staatlichen Museen zu Berlin in unmittelbarer Nähe des Pergamonmuseums zu finden. Die hier beschäftigten Restauratorinnen kümmern sich um die Restaurierung von Teppichen und Textilien sowie um jene der Sammlungen aus organischen und anorganischen Materialien. Die beiden modernen Ateliers bieten auch Arbeitsplätze für Studierende, freiberufliche Mitarbeiter und für Gastwissenschaftler.


Teppiche und Textilien
Die Textilwerkstatt betreut rund 450 Teppiche und Flachgewebe sowie etwa 700 Textilien aus den islamischen Kerngebieten. Die Teppichsammlung mit einzigartigen Kunstwerken aus der Epoche des 15.–19. Jh. genießt Weltruf. Die meist fragmentarisch erhaltenen Arbeiten werden nach neuesten konservierungswissenschaftlichen Methoden untersucht, bewertet und kunsthistorisch eingeordnet. Dies umfasst neben der Analyse der Herstellungstechniken unter anderem naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden zur Farb- oder Materialbestimmung. Besonderes Augemerk liegt zudem auf Altrestaurierungen und werkimmanenten Veränderungen, die zur Entschlüsselung der Objektgeschichte beitragen können. Für die Betreuung einzelner Objekte werden individuelle Restaurierungskonzepte erstellt. Zur Reinigung großformatiger Teppiche und Textilien verfügt die Werkstatt über eine in Deutschland einzigartige Waschanlage, die die bewegungsfreie und damit schonende Nassreinigung fragiler Textilkunst erlaubt. Für die überwiegend nähtechnische Sicherung textiler Kunstwerke werden natürliche Materialien verwendet. Die Montage der Teppiche in der Ausstellung wurde vom Museum entwickelt. Sie beruht auf einem Rahmensystem, das an das jeweilige Objekt angepasst wird. Dadurch ist eine senkrechte Präsentation direkt an der Wand möglich. So können die Teppiche in ihrer Gesamtheit betrachtet und gleichzeitig die Verstaubungen der Oberflächen auf ein Minimum reduziert werden.

Organische und anorganische Materialien
Das Restaurierungsatelier für organische und anorganische Materialien betreut den Sammlungsbestand des Museums aus Holz, Elfenbein und Bein, Stein, Stuck, Keramik, Metall und Glas, Papierobjekte und Buchkunst. In der Obhut der Restauratorinnen befinden sich die ausgestellten und magazinierten Werke. Dies beinhaltet die kontinuierliche Verbesserung der Aufbewahrungsbedingungen ebenso wie die Pflege der Dauerausstellung. Dafür werden Strategien zur präventiven Konservierung im Hinblick auf Klima, Beleuchtung und Lichtschutz, integrierte Schädlingskontrolle und Raumluftbelastung entwickelt und umgesetzt. Geschädigte Kunstwerke werden in der Werkstatt auf dem aktuellen Stand der Konservierungswissenschaft bearbeitet. Ein Untersuchungsraum bietet die Möglichkeit, kunsttechnologische Studien und Materialanalysen zur Erforschung der Herstellungstechnik und der verwendeten Ausgangsmaterialien auszuführen. Diese Erkenntnisse werden häufig durch die Zusammenarbeit mit dem Rathgen-Forschungslabor oder mit anderen Forschungsdisziplinen gestützt. In Diskussion mit Archäologen und Kunstwissenschaftlern helfen die Restauratorinnen dabei, die Forschung des Museums für Islamische Kunst zur Materialität der Kunstwerke zu bereichern. Bei notwendigen Schadensanalysen werden Bestand und Schäden am Kunstwerk kartiert und geeignete Materialien und Methoden zur Konservierung und Restaurierung ausgewählt. Dies ermöglicht individuelle Behandlungskonzepte der Objekte, die detailliert in Wort und Bild dokumentiert werden.