Das Bild zeigt die Zitadelle von Aleppo und ihren vorgelagerten Turm vor blauem Himmel.
Zitadelle von Aleppo | © Staatliche Museen zu Berlin/ Stefan Weber

Kooperationsprojekt des Museums für Islamische Kunst Berlin und des Deutschen Archäologische Instituts   

Erstellung digitaler Kulturgüterregister für Syrien

Die Kulturlandschaft Syrien gehört hinsichtlich der Anzahl und Qualität der dort vorhandenen Denkmäler zu den herausragendsten Regionen weltweit. Viele grundlegende Aspekte  heutiger Gesellschaften, z.B.  landwirtschaftliche Nutzung und Urbanisierung,  lassen sich auf initiale Entwicklungen in dieser Region zurückführen. Da in Syrien zudem alle Zeitabschnitte vom Beginn menschlicher Nutzung ab etwa 1 Million Jahre vor heute bis in die osmanische Zeit durch archäologische oder historische Monumente belegt sind, besitzt das  das Land eines der international bedeutendsten Kulturarchive. 

Durch die aktuellen Entwicklungen im Land ist die Existenz dieses einmaligen  kulturellen Erbes, das in weiten Teilen noch nicht wissenschaftlich erschlossen ist, massiv bedroht. Die Zerstörungen in den Altstädten sowie die im großen Stil durchgeführten Raubgrabungen in wichtigen  archäologischen Stätten belegen die Dynamik dieses Prozesses, der zum unwiederbringlichen Verschwinden der wichtigsten historischen Zeugnisse des Landes führen kann.

Auch wenn diese Problematik nicht im Fokus der täglichen Berichterstattung steht, bildet sie doch einen wesentlichen Teilaspekt der momentanen Situation in Syrien, die man gegenwärtig allerdings nur registrieren kann. Für die gegenwärtige und zukünftige Bewertung des Denkmälerbestandes ist die systematische Archivierung und Auswertung der vorhandenen Dokumentationen zu den einzelnen Befund- und Fundkategorien daher von grundlegender Bedeutung.  

Durch die langjährigen Forschungsprojekte, die in Zusammenarbeit ausländischer Missionen mit der syrischen Generaldirektion für Altertümer und Museen in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt werden konnten, liegen für viele der bedeutendsten archäologischen und historischen Stätten Syriens zahlreiche Daten vor. Viele dieser Forschungsdaten  sind jedoch bisher ausschließlich in analoger Form vorhanden, da die digitale Datengenerierung in der Archäologie und Bauforschung im größeren Umfang erst gegen Ende der 1990er begonnen hat.
Die vollständige Digitalisierung der älteren Datenbestände bildet daher die  grundlegende Voraussetzung  für die zukünftige Datennutzung und ihre sinnvolle Zusammenführung in größeren Datenbankprojekten sowie die darauf basierenden Auswertungen zum Stand des Kulturerbes in Syrien.   

Das Museum für Islamische Kunst Berlin und das Deutsche Archäologische Institut, die beide durch ihre langfristigen Arbeiten in Syrien über sehr umfangreiche Datensammlungen verfügen, haben daher im November 2013 in einem gemeinsamen Projekt  mit der digitalen Erschließung ihrer Archive begonnen. Dabei wurde von Anfang an die internationale Vernetzung mit anderen, ähnlichen Projekten zur langfristigen Dokumentation der Kulturgüter Syriens angestrebt.   

Das Projekt „Erstellung digitaler Kulturgüterregister für Syrien / Syrian Heritage Archive Project“ wird dankenswerterweise durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert. Der Freundeskreis des Museums für Islamische Kunst unterstützt das Projekt aktiv.

Das Museum für Islamische Kunst präsentiert seine einzigartigen Objekte im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel Berlin.

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Direktor: Prof. Dr. Stefan Weber
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