Koken Nomura
Tausend Sonnen-Farbklangsäule, 1995 - 2003

Nomura Kôken. "Tausend Sonnen" und "36 Ansichten des Kölner Doms"

von: 05.03.2004 bis: 04.07.2004

Museum für Asiatische Kunst

Papier-Installation und Fotografie
Sonderausstellung im Raum für Neue Kunst und in den Sonderausstellungsräumen

Das Museum für Ostasiatische Kunst zeigt in seinen Räumen zwei Werkreihen des japanischen Künstlers Nomura Kôken. Im Foyer erwartet den Besucher die Installation "Tausend Sonnen". Sie besteht aus vielen einzelnen Ringen, von denen sich ein jeder Ring aus rund 90 gefalteten, dreifachen Papierquadraten in der Größe von 9 x 9 cm zusammensetzt. Basis der Installation sind universale Grundformen: Vierecke, die zu Dreiecken gefaltet werden, die wiederum ineinander gesteckt einen Kreis ergeben. Material der Ringe sind alte Zeitschriften, Poster, Kalender etc. Kôken verwendet das nach seiner eigentlichen Nutzung wertlose Papier und lässt es über das reine "Nutzen-Recycling" unserer materialistischen Zeit hinaus eine ästhetische Verwandlung und Auferstehung erfahren.

Aufgrund der unbegrenzten Faltmöglichkeiten, die durch die etwa 180 sichtbaren Linien auf der Vorderseite eines Ringes in Erscheinung treten, sind die Muster und Farbvariationen jedes einzelnen Ringes unerschöpflich. Das Gleiche gilt für die Kombination der mehreren hundert Ringe zu einer großen Fläche oder Skulptur. Die Vielfalt verschmilzt zu einer komponierten Einheit. Gleichwohl spielt jeder Ring innerhalb dieser Einheit seine unverwechselbare individuelle Rolle. Die Zahl der Papierringe wächst kontinuierlich und jede Installation wird zum jeweiligen Raum passend erarbeitet. Das Projekt "Tausend Sonnen" bleibt auf diese Weise prozesshaft und unvollendet.

Als zweite Arbeit von Nomura Kôken ist die Fotoserie "36 Ansichten des Kölner Doms" im Museum für Ostasiatische Kunst zu sehen. Mit dieser Arbeit bezieht sich Kôken explizit auf das Werk "36 Ansichten des Bergs Fuji" des japanischen Holzschnittkünstlers Katsushika Hokusai (1760-1849) aus dem Jahre 1832. Der Fuji liegt im Zentrum Japans und ist der höchste Berg Japans. Er ist der bis heute meist gemalte Berg des Landes und wird immer wieder als ästhetisches oder religiöses Motiv verwendet. In der Stadt Köln und seinem Wahrzeichen, dem Kölner Dom findet Kôken hierzu eine Parallele. Das Gebäude im Zentrum Kölns ist eine der religiös wie historisch bedeutendsten Kirchen und gleichzeitig eines der meist fotografierten Bauwerke Deutschlands. Inspiriert von der Sichtweisen Hokusais und der Parallelität der Objekte macht Kôken den Kölner Dom zum Gegenstand seiner 36 Fotografien.


Veranstalter:

Museum für Asiatische Kunst