Hongrens Fischeralbum und die Malerei im Zeichen der Loyalität
Chinesische Malerei nach dem Sturz der Ming Dynastie. Teil I

von: 21.08.2004 bis: 12.12.2004

Museum für Asiatische Kunst

Wechselausstellung in der Galerie Chinesische Malerei

Aus seinem reichen Bestand an chinesischer Literatenmalerei zeigt das Museum für Ostasiatische Kunst Hängerollen, Querrollen, Alben, Albumblätter und Fächerblätter, insgesamt dreißig Werke, von Künstlern, die sich nach dem Dynastie-Wechsel 1644 dem neuen, nichtchinesischen Regime verweigerten.
Unter diesen Loyalisten, die als "Yimin", die "Übriggebliebenen", bezeichnet wurden, befanden sich nicht wenige Künstler. Zwar können sie keiner bestimmten Schule zugeordnet werden, doch beziehen sie sich stilistisch oft auf gewisse Maler der Yuan-Dynastie (1279-1368), die sich in einer ähnlichen Situation befunden hatten.

Der Maler Hongren (1610-1664), eine der führenden Künstlerpersönlichkeiten jener Zeit, wurde buddhistischer Mönch, um der Verfolgung zu entgehen. Sein Stil, bestimmt durch trockenen Tuscheauftrag und lineare Pinselführung, brachte Schlichtheit, Melancholie und ein oft trostloses und einsames Gefühl zum Ausdruck. Ein bewegendes Beispiel ist das sog. "Fischeralbum", darin interpretiert er Gedichte eines Freundes, der sich jahrelang im Gebiet des West-Sees zurückgezogen hatte und mit den "einfachen" Menschen, den Fischern, lebte. Zu jedem Blatt haben Freunde des Künstlers Beischriften hinzugefügt.

Dieses Album steht neben zwei weiteren Werken Hongrens im Mittelpunkt der Ausstellung, in der Werke von so bedeutenden Malern wie Yuanji (der auch als Shitao oder Daoji bekannte Prinz des Ming-Kaiserhauses), Gong Xian, Xiao Yuncong und Xiang Shengmo gezeigt werden.

Veranstalter:

Museum für Asiatische Kunst