Die Acht Aspekte des Kostbaren Lehrers - Padmasambhava in Kunst und Ritual im Himalaya

von: 28.11.2013 bis: 29.06.2014
Museum für Asiatische Kunst

Padmasambhava - ehrenvoll auch Guru Rinpoche, "Kostbarer Lehrer" genannt - gilt als der wichtigste tantrisch-buddhistische Meister der Himalayaregion. Ihm wird  zugeschrieben, im 8. Jahrhundert den Buddhismus in diesem weitläufigen Gebiet etabliert zu haben. Dies soll ihm durch die Bezwingung von Dämonen und lokalen Gottheiten sowie durch einen Ritualtanz gelungen sein, der als Prototyp heutiger Maskentänze gilt. Einige Dämonen transformierte er sogar zu Beschützern der Religion, die bis heute Hauptfiguren in tibetischen Ritualtänzen (Cham) sind.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Padmasambhavas acht Erscheinungsformen (Guru Tsengye). Sie sind in Thangkas, Masken, Ritualgegenständen, an Pilgerorten und in rituellen Tänzen verkörpert. Um sowohl die alte und historische als auch die zeitgenössische und lebendige Tradition von Padmasambhava aufzuzeigen, wird mittelalterliche Geschichte des Himalaya mit Kunstobjekten aus späterer Zeit und mit Filmaufnahmen und Masken von heute in Dialog gesetzt. Dabei steht das neu restaurierte Thangka-Set (neun Malereien) des Museums für Asiatische Kunst im Fokus der Ausstellung. Zum ersten Mal wird das Thema Guru Rinpoche und seine acht Erscheinungsformen gemeinsam von Kunsthistorikern und Ethnologen präsentiert. Kunsthistoriker analysieren die Darstellung von Guru Rinpoche und seinen acht Aspekten und die historischen Ursprünge. So wurden die Berliner Thangkas nicht nur einer systematischen Analyse unterzogen, sondern auch als materielle Kulturträger zwischen Ritualobjekt und Verkörperung von Geschichte in ihrem spezifischen kulturellen Kontext untersucht. Ethnologen beleuchten den Ritualkontext und wie die Tradition der Verehrung Padmasambhavas bis heute das Alltagsleben der Menschen in Bhutan und Ladakh beeinflusst.

Neben dem neunteiligen Thangka-Set und weiteren Objekten aus der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums werden neue, von einem tibetischen Maskenbauer hergestellte Cham-Masken präsentiert. Jeder Schritt im Herstellungsprozess dieser Masken wurde in Ladakh fotografiert und dokumentiert. Die Reihe von neun Masken stellt die acht Aspekte von Guru Rinpoche in den Cham-Tänzen dar, die insbesondere während der alljährlich stattfindenden Tshechu-Feste zu Ehren Padmasambhavas in Klöstern der Nyingmapa- und Drugpa-Kagyü-Schulen im tantrisch-buddhistischen Himalayaraum sowie in Tibet und im tibetischen Exil aufgeführt werden. Doch Guru Rinpoche hat auch an bestimmten Orten und in Felsen, die später zu seinen Pilgerstätten wurden, seine Spuren hinterlassen. Der für die Ausstellung in Auftragsarbeit aufgenommene Film "Gomphu Kora Tshechu - ein Pilgerfest zu Ehren Guru Rinpoches in Ostbhutan" zeigt einerseits den Pilgerort Gomphu Kora, an dem Padmasambhava wichtige Dämonen besiegte, und andererseits die Maskentänze des Guru Tsengye, die ihm zu Ehren hier während des Tshechu aufgeführt werden. Der 30 minütige-Film ist im Medienraum der Ausstellung fortlaufend zu sehen.

Auch Ritualgegenstände wie Diamantzepter und Ritualdolche, die zu den wichtigsten Attributen und "Werkzeugen" Padmasambhavas gehören, werden ausgestellt und zu  Fotografien der Masken und Tänze sowie Landschaftsaufnahmen von heiligen Orten, in denen Guru Rinpoche verkörpert ist, in Bezug gesetzt. So werden die Ausstellungsobjekte in lebendige Zusammenhänge zwischen erzählter Legende und historischen Ereignissen einerseits und eine in ihre Landschaft und ihr Ritual eingebettete Kultur anderseits gebracht. Wissenschaftliche Fachvorträge, Führungen, Meditationsanleitungen für Erwachsene sowie Tanzworkshops für Kinder und Jugendliche werden im Begleitprogramm angeboten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Kuratorin: Lilla Russell-Smith
Ko-Kurator: Hans-Werner Klohe

Veranstalter: Museum für Asiatische Kunst.
In Kooperation mit dem Ethnologischen Museum, Staatliche Museen zu Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin.

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