Xie Zhiliu (1910-1997), Qingke Ping im Huashan-Gebirge, Mitte 20. Jh., Hängerolle, Tusche und Farben auf Papier, H. 82,8 cm; B. 50 cm, Ehem. Slg. Mochan Shanzhuang, erworben mit Unterstützung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Heilige Berge, erhabene Gipfel
Mythos Landschaft im 20. Jahrhundert

von: 17.05.2011 bis: 16.10.2011

Museum für Asiatische Kunst

Die Landschaftsmalerei gilt als das edelste Genre in der chinesischen Malerei. Nicht die Darstellung einer konkreten oder auch phantastischen Szenerie steht hier im Vordergrund, sondern das Vermögen von Künstler und Betrachter, sich mittels des Mediums der Malerei in die das Universum gestaltenden Kräfte einzufühlen.

Infolge der komplexen Bedeutung der Landschaftsmalerei, die nicht nur das chinesische Weltbild spiegelt, sondern auch Ausdruck religiöser Vorstellungen sein kann, Legenden oder auch Gesellschaftskritik wiedergibt und aufgrund von Versatzstücken und Anspielungen Raum für vielschichtige Deutungen bietet, muss diese als kultur- und identitätsstiftend angesehen werden.

Eine möglichst naturgetreue Wiedergabe des Gegenstandes war mithin nicht das Ideal traditioneller chinesischer Malerei. Die übermächtige Tradition, aber auch radikale Veränderungen in der Gesellschaft und der zunehmende Einfluss des Westens stellten die chinesische Malerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor eine Krise. Allem Pessimismus zum Trotz erwies sie sich dennoch als tragfähiges Fundament für die Entwicklung neuer Kreativität, die die 14 Werke der Wechselausstellung in der Galerie Moderne chinesische Malerei exemplarisch und in ganz unterschiedlicher Form präsentieren. Die klassischem Vorbild verpflichtete literarische Landschaft wird ebenso gezeigt wie nahezu abstrakte oder eher dem Realismus verpflichtete Bilder.

Veranstalter:

Museum für Asiatische Kunst