Chen Long (geb. 1943), Zhou Ruolan (geb. 1942), Die Herrlichkeit der Fischerinnen dat. 1979, Querrolle (Detail), Tusche und Farben auf Seide

Göttliche Menschen, menschliche Götter
Figürliche Malerei im 20. Jahrhundert

von: 21.12.2010 bis: 17.04.2011

Museum für Asiatische Kunst

Die gravierenden Änderungen, die sich in der chinesischen Gesellschaft im 20. Jahrhundert vollzogen, spiegeln sich unter anderem in der neuen Bedeutung der figürlichen Malerei. Die realistische Darstellung zeitgenössischer Menschen wurde zu einer der zentralen Fragestellungen. Menschenbilder von neuartigem Charakter hielten Einzug auch in der guohua, der Malerei mit den klassischen Medien Pinsel und Tusche. Mit populären Glaubensvorstellungen verbundene Themen erwiesen sich demgegenüber gleichwohl als beständig. Mythologische sowie Glück und Wohlergehen verheißende Motive sind bis in die Gegenwart beliebte und immer wiederkehrende Bildthemen.

Die Vielfalt der auf chinesischem Staatsgebiet lebenden Ethnien hingegen wurde im 20. Jahrhundert zu einem neuen Thema in der Malerei. Sie inspirierten Künstler zu romantisierenden Bildnissen. Im Geiste der maoistischen Kulturpolitik traten außerdem arbeitende Menschen, als optimistische Helden typisiert, in den Mittelpunkt der Darstellung. Hier fand sich selten eine Individualisierung der Person. Die kritische Reflexion, das Hinterfragen innerer und äußerer Positionen und die Darstellung von Zweifel, Angst oder Unbehagen kommen eher bei Porträts und Selbstporträts vor. Daneben dienten volkstümliche Holzschnitte und Buchillustrationen vielen Künstlern als Inspiration zur Entwicklung ihrer Œuvre.

Veranstalter:

Museum für Asiatische Kunst