Über die Sammlung

Das Museum Europäischer Kulturen besitzt mit rund 280.000 Ethnografika und Objekten zur Kulturgeschichte eine der größten Sammlungen zur Alltagskultur und Popularkunst in Europa. Sie beherbergt materielles und immaterielles Kulturerbe vornehmlich aus Deutschland und anderen europäischen Ländern mit einem Schwerpunkt auf Ost- und Südosteuropa. Einzigartig sind die vor allem historischen Bestände einiger ethnischer Minderheiten in Europa. 

Die Arbeiten aus unterschiedlichsten Materialien – etwa Textilien, Keramik, Glas, Papier, Holz – umfassen nahezu alles, was die eigenen und fremden, vergangenen und gegenwärtigen Lebenswelten betrifft. Hervorzuheben sind dabei besonders die textilen, populargrafischen und fotografischen Bestände sowie die außergewöhnlichen, thematisch angelegten Sammlungen zur naiven Kunst, zur Kindheits- und Jugendkultur, zu Ritualen und zu Formen von Religiosität. Dieser zuletzt genannte, umfangreiche Bestand beinhaltet Objekte zu den drei monotheistischen Weltreligionen, den die Sammlerin Gertrud Weinhold erheblich erweitert hat.

Nach dem Motto "Die Gegenwart ist die Vergangenheit der Zukunft" widmet sich das Museum seit einigen Jahren in Forschungs- und Ausstellungsprojekten verstärkt dem Sammeln von Objekten gegenwärtiger Kulturen. Dabei lässt es sich von gesellschaftlich relevanten und wissenschaftlichen Fragen etwa zu den Themen "plurale Gesellschaft", "kulturelle Hybridität", "Migration und Integration", "Frömmigkeit und Spiritualität", "Fremdbilder – Eigenbilder" sowie "Erinnerungskultur" leiten. Großen Wert legt das Museum dabei auf die Teilhabe jener Menschen, deren Lebensbereiche thematisiert werden.

Eine Übersicht über die Publikationen des Museums Europäischer Kulturen erhalten Sie hier:

Veröffentlichungen des Museums Europäischer Kulturen [Download PDF]
Veröffentlichungen des Museums für (Deutsche) Volkskunde [Download PDF]

Die fast 150-jährige Geschichte des Museums Europäischer Kulturen gestaltete sich wechselvoll. Nach der Wiedervereinigung der Staatlichen Museen zu Berlin im Jahr 1992 folgte 1999 die Zusammenlegung der Bestände des Museums für (Deutsche) Volkskunde mit den europäischen Sammlungen des Museums für Völkerkunde (heute Ethnologisches Museum) zum Museum Europäischer Kulturen. Dies war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer modernen Sammlungs- und Forschungsperspektive auf Lebenswelten und die Geschichte von Alltagskultur in Europa.

Bis dahin blicken die völker- und volkskundlichen Sammlungen trotz unterschiedlicher Sammlungskonzepte und Forschungsmethoden auf eine streckenweise gemeinsame Vergangenheit zurück: Die Ursprünge der europäischen Sammlung des Museums für Völkerkunde liegen in der Zeit der brandenburgisch-preußischen Kunstkammer. 1886 eröffnete das Museum für Völkerkunde, das auch europäische Ethnografika besaß, jedoch keine explizit aus Deutschland stammenden Bestände.

Als Reaktion darauf wurde das Museum für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes 1889 in Berlin als erstes zentrales Museum für Volkskunde in Deutschland von einem privaten Verein unter der Leitung des Mediziners, Anthropologen und Ethnologen Rudolf Virchow gegründet. Ziel war es, den in der Völkerkunde ausgeklammerten Kulturzeugnissen des eigenen "Volkes" sowie der angrenzenden Länder deutscher Sprache Raum zu geben. Dabei sah schon das Konzept Virchows eine vergleichende Sammlung europäischer Ethnografika vor.

1904 wurde die Sammlung für Deutsche Volkskunde durch Unterstützung des Mäzens James Simon in die Königlich-Preußischen Museen integriert, betreut vom Museum für Völkerkunde. 1935 erhielt es als nun, seit 1929, selbstständiges Staatliches Museum für Deutsche Volkskunde mit dem Schloss Bellevue ein eigenes Gebäude. Schon 1934 allerdings waren die Sammlungen mit der Gründung einer Abteilung Eurasien im Museum für Völkerkunde deutlich getrennt worden: Die volkskundliche Sammlung musste alle "nicht deutschen" Objekte an das Museum für Völkerkunde abgeben.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund achtzig Prozent der volkskundlichen Museumsbestände vernichtet. Im Nachkriegsdeutschland hatte die politische Teilung die Entstehung zweier volkskundlicher Museen in Berlin zur Folge: das Museum für Volkskunde auf der Museumsinsel im Ostteil der Stadt und die vorübergehend erneut dem Museum für Völkerkunde angegliederte volkskundliche Sammlung im Westteil. Ab 1963 wieder eigenständig, konnte sich das Museum für Deutsche Volkskunde ab 1976 in Berlin-Dahlem präsentieren. Europäische Ethnografika wurden weiterhin hauptsächlich vom Museum für Völkerkunde gesammelt, konnten aber nur sehr begrenzt in Sonderausstellungen oder über die Studiensammlung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die eingangs erwähnte Zusammenlegung 1999 führte schließlich zu einem neuen Museum mit europäischer Perspektive. Das Museum Europäischer Kulturen überwindet mit seiner Arbeit nationale und sprachliche Grenzen, denn es dokumentiert und sammelt innerhalb europäischer wie internationaler Austauschprozesse Objekte aus dem Alltagsleben des Kontinents, die in der Sammlungspräsentation und in thematischen Sonderausstellungen sowie in Veranstaltungen gezeigt und reflektiert werden.

Die Publikationen des Museums Europäischer Kulturen finden Sie in der Bibliographie der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Mi 10:00 - 17:00 Uhr
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Zugang Arnimallee
Di-Fr 9 Uhr bis 17 Uhr,
Sa+So 11 Uhr - 18 Uhr

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