Das Depot des Münzkabinetts | © Staatliche Museen zu Berlin, Münzkabinett; CC NC-SA-BY

Forschung

Das Münzkabinett erfüllt neben seiner Funktion als Museum und Archiv des Münzgeldes auch jene eines Forschungs- und Wissenschaftsinstituts der Numismatik und der Medaillenkunde. Beide Fächer haben traditionell ihre wissenschaftliche Heimat im Museum. An den Universitäten sind sie in Deutschland nicht mehr explizit vertreten. Das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin als größte Einrichtung der Numismatik in Deutschland steht daher auch in der Pflicht, die Numismatik als historische Quellwissenschaft zu pflegen. Dazu bereitet es seine Bestände für die wissenschaftliche Benutzung auf (Online-Katalog), publiziert Bestandskataloge und betreibt über die eigene Sammlung hinausgehende Forschungen. Es bietet numismatische Lehrveranstaltungen an der Humboldt-Universität zu Berlin an, ist in internationale Forschungsprojekte (unter anderem "Sylloge Nummorum Sassanidorum; Sylloge Nummorum Parthicorum") eingebunden und gibt wissenschaftliche Publikationen in zwei eigenen Schriftenreihen heraus: "Berliner Numismatische Forschungen" (seit 1987, seit 1991 Neue Folge) und "Das Kabinett" (seit 1994).

Forschungsprojekt des Münzkabinetts

Das Münzkabinett (Prof. B. Kluge und Dr. K. Dahmen) bearbeitet in einem von der DFG geförderten Forschungsprojekt zusammen mit den Lehrstühlen für Mittlere Geschichte (Prof. J. Jarnut) der Universität Paderborn sowie für Romanistik (Prof. M. Selig) und Germanistik (Prof. A. Greule) der Universität Regensburg den Bestand seiner Münzen der Merowingerzeit (6.–8. Jahrhundert). Dieser stellt mit 500 Münzen die zweitgrößte europäische Sammlung seiner Art nach jener in Paris dar. Neben einer numismatischen Dokumentation durch einen Bestandskatalog soll, insbesondere in Kooperation mit den Geschichts- und Sprachwissenschaften, das auf diesen Münzen zahlreich überlieferte Namensmaterial (Herrscher-, Monetar- und Ortsnamen) aufgearbeitet und nach den Perspektiven der beteiligten Fächer bewertet werden.

Das Ziel dieses Projektes ist eine gemeinsame Publikation, die eine fundierte Analyse der politischen und administrativen Gliederung des Frankenreiches und ihrer Eliten beinhaltet, ausgehend von den numismatischen Zeugnissen, den Erkenntnissen der Namensforschung und der Geschichtswissenschaft.

Ansprechpartner: Dr. Karsten Dahmen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Münzkabinett

Im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts „Stadtentwicklung, Wohnverhältnisse und Lebensbedingungen im antiken Priene“ untersucht das Münzkabinett in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut der Universität Frankfurt am Main (Prof. Dr. Wulf Raeck) die Fundmünzen der jüngsten Grabungen in der antiken Stadt Priene (Westtürkei) – einer der wichtigsten Orte für die Erforschung der griechisch-römischen Kultur im östlichen Mittelmeerraum. Sie können Rückschlüsse auf die Verwendung von Bronzegeld und die mittelhellenistische Münzchronologie am Mäandertal bieten.

Ansprechpartner: Dr. Bernhard Weisser, Stellvertretender Direktor, Münzkabinett

Weitere Informationen

Sylloge Nummorum Sasanidarum Paris Berlin WienDie Münzkabinette Paris (Bibliothèque Nationale), Berlin (Staatliche Museen zu Berlin) und Wien (Kunsthistorisches Museum) haben sich zusammengefunden, um als Gemeinschaftsunternehmen ihre Bestände an sasanidischen Münzen zu publizieren. Paris besitzt etwa 7.000, Berlin 2.500 und Wien 1.400 solcher Münzen. Sie stellen wichtige und noch nicht im notwendigen Umfang ausgewertete Quellen für die Geschichte des Großreichs der Sasaniden dar, das von 224 bis 651 n. Chr. mit Zentrum im heutigen Iran existierte und zeitweise der große Gegenspieler des Römischen Reichs war, bevor es durch die vordringenden Araber im 7. Jahrhundert ausgelöscht wurde.Von der auf sechs Bände berechneten "Sylloge Nummorum Sasanidarum" (SNS) sind bisher erschienen: Band 1, der die Münzen des Reichsgründers Ardashir I. (224–240 n. Chr.) und seines Nachfolgers Shapur I. (240–272 n. Chr.) enthält (Autoren: Michael Alram und Rika Gyselen), sowie in zwei Halbbänden Band 3 mit dem umfangreichen Material des Zeitraums 309–531 n. Chr., von Shapur II. bis zu Kawad I./2. Regierung (Autor: Nikolaus Schindel).

Die Herausgeber der Reihe "Sylloge Nummorum Sasanidarum" sind Michael Alram und Rika Gyselen. Die Bände sind im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften publiziert (ISBN 3-7001-3224-7 und 3-7001-3314-6).

Das Münzkabinett präsentiert seine einzigartigen Objekte im Bode-Museum und im Alten Museum auf der Museumsinsel Berlin.

Informationen zu Adressen, Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Verkehrsverbindungen finden Sie auf den Seiten dieser Museen.

Bei Fragen Rund um Ihren Museumsbesuch wenden Sie sich bitte an die Infoline der Staatlichen Museen zu Berlin:


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Direktor: N.N.
Stellvertretender Direktor: Prof. Dr. Bernhard Weisser