Bei dem so genannten „Walbaum-Kabinett“ handelt es sich um ein Prunkstück deutscher Möbelkunst um 1600, das nach seiner aufwendigen Restaurierung nun wieder öffentlich gezeigt werden kann. Den kostbaren Sammlungsschrank zeichnen nicht nur Dekorelemente aus Ebenholz sondern auch aufwendige Silberreliefs aus der Werkstatt des Augsburger Goldschmieds Matthias Walbaum aus.

Nach der Abnahme der Silberapplikationen durch den Metallrestaurator lag die Priorität der Holzkonservierung in der Verhinderung weiteren Substanzverlustes. Zunächst wurden verschiedene Voruntersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse bei den später angewandten Maßnahmen Berücksichtigung fanden. So wurden Proben für die Untersuchung der Oberflächenbeschichtung entnommen. Die mikroskopische Betrachtung der angefertigten Querschliffe unter Normallicht und UV-Licht machte auch transparente Materialien der Fassung sichtbar und eine am Rathgen-Forschungslabor vorgenommene Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie gab Aufschluss über deren chemische Zusammensetzung. Die dentrochronologische Untersuchung lieferte Informationen über Alter und Herkunft des verarbeiteten Holzes. Schließlich war es dank der Röntgenaufnahmen möglich, verdeckte Konstruktionen sichtbar zu machen und damit Einblicke in zeitgenössische Arbeitstechniken und Handwerkstraditionen zu gewinnen. Die gewonnenen Erkenntnisse beziehen sich nicht allein auf den originalen Zustand des Möbels, sondern ebenfalls auf dessen Veränderung im Laufe der Geschichte.

Im Anschluss erfolgte die Restaurierung des Objektes. Dabei wurden loses Furnier festgelegt sowie Furnierfehlstellen, Profile und Architekturelemente ergänzt. Klebstoffreste unter den Silberapplikationen mussten entfernt und Schäden im Bereich der Beschlagsbefestigungen beseitigt werden.

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