Forschung

Das Kunstgewerbemuseum dokumentiert, erforscht und publiziert seine Bestände kontinuierlich und stellt die Ergebnisse seiner Arbeit der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit vor. Es pflegt den wissenschaftlichen Dialog mit Museen, Universitäten, Instituten und Forschern in aller Welt. Dabei bewahrt und entwickelt es seine eigenen, international anerkannten wissenschaftlichen und restauratorischen Kompetenzen auf den Gebieten des europäischen Kunsthandwerks vom Mittelalter bis zur Gegenwart, der Mode und des Designs. Die Forschungsziele sind klar benannt und stehen in unmittelbarer Beziehung zu bedeutenden Sammlungsschwerpunkten des Museums.

Die wissenschaftliche Forschung am Kunstgewerbemuseum umfasst gegenwärtig vor allem:
- sakrale Schatzkunst des Mittelalters
- Schmuck des Mittelalters
- Möbelkunst der Renaissance
- figürliche Porzellane der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) Berlin
- Glas des 19. Jahrhunderts
- Mode des 18. bis 20. Jahrhunderts
- Beteiligung am Excellenzcluster "Bild-Wissen-Gestaltung" der Humboldt-Universität

Forschungsprojekte des Kunstgewerbemuseums

Die Forschungen zur sakralen Schatzkunst des Mittelalters bezogen sich in den letzten Jahren vor allem auf die Kuppelreliquiare in London, Berlin und Darmstadt. Die drei erhaltenen, zentralbauförmigen Geräte aus romanischer Zeit stammen nachweislich aus Köln. Mit den Symposium "Metamorphosen. Neue Forschungen zum romanischen Turmreliquiar aus der Sammlung Hüpsch" im November 2011 wurde das seit 2007 in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt am Kunstgewerbemuseum durchgeführte Konservierungs- und Forschungsprojekt mit kunsthistorischen und liturgischen Neuinterpretationen der Werkgruppe erfolgreich abgeschlossen. Eine Publikation der Forschungsergebnisse ist in Vorbereitung.

Ansprechpartner:
Lothar Lambacher, Stellvertretender Direktor, Kunstgewerbemuseum

Die an der ehemaligen Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelte und von Fachleuten wie interessierten Laien rege genutzte Datenbank mittelalterlicher Pilgerzeichen www.pilgerzeichen.de ist seit 2011 in modernisierter Form über den Server der Staatlichen Museen zu Berlin online abrufbar. Mit der Konzentration des Forschungsprojekts PilgerZeichenDatenbank Berlin auf Sammlungen und Funde in Mittel- und Osteuropa will das Unternehmen mittelfristig an die Seite des vor allem auf Westeuropa bezogenen Forschungszentrums für mittelalterliche Pilgerzeichen an der Radboud Universiteit Nijmegen mit seiner Datenbank www.kunera.nl treten.

Ansprechpartner: Lothar Lambacher, Stellvertretender Direktor, Kunstgewerbemuseum

Das Kunstgewerbemuseum besitzt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen italienischer Renaissancemöbel. Die meisten Stücke wurden zwischen 1875 und 1900 erworben. Neben den Ankäufen des ersten Direktors, Julius Lessing, finden sich darunter auch viele Erwerbungen Wilhelm von Bodes für das Kaiser Friedrich-Museum, heute Bode-Museum, die dem Kunstgewerbemuseum später übertragen wurden. Die italienischen Renaissancemöbel des Kunstgewerbemuseums wurden in der Weimarer Republik publiziert und seitdem nur punktuell wissenschaftlich bearbeitet, sodass eine grundlegende wissenschaftliche Untersuchung der heute insgesamt rund 210 Stücke noch immer fehlt. Mit dem Bestandskatalog wird ein weiterer Bereich der Renaissancesammlungen des Kunstgewerbemuseums (nach Majolika, venezianischen Gläsern, Medaillen und Plaketten, französischen Maleremails) erschlossen.

Ansprechpartner:
Dr. Achim Stiegel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Kunstgewerbemuseum

Mit der Gründung der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) Berlin rief Friedrich der Große im Jahre 1763 eine der führenden Porzellanmanufakturen Europas ins Leben, die schon bald Porzellanbildwerke von europäischer Spitzenqualität hervorbrachte. Gut 200 Porzellanfiguren besitzt das Kunstgewerbemuseum aus den ersten einhundert Produktionsjahren. Das Projekt widmet sich einer systematischen Bestandserfassung der Berliner Porzellanplastik vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Skulptur. Dabei soll ein wissenschaftlicher Katalog mit Beiträgen zu übergreifenden Fragen entstehen. Ergänzt wird dieser durch ein kurz gefasstes Verlustverzeichnis von etwa 180 Porzellanbildwerken als wichtige Dokumentation des reichen Vorkriegsbestandes des Kunstgewerbemuseums.

Die Arbeiten sollen im Jahr 2013 mit der genannten Publikation abgeschlossen werden.

Ansprechpartnerin: Dr. Dorothee Heim
Gefördert durch: DFG

Das Kunstgewerbemuseum besitzt eine reiche und umfängliche Sammlung von Gläsern des 19. Jahrhunderts, die bisher unerforscht in den Depots lagerte. Rund 300 Gläser führen die verschiedenen Veredelungstechniken und deren Dekorationsweisen im Laufe von einhundert Jahren vor Augen. Industrie- und Weltausstellungen präsentierten die neuesten Entwicklungen der Glashütten. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Ankaufspolitik des Museums. Es wurde in den Anfangsjahren zum einen unterstützt vom preußischen Handelsministerium und verfügte zum anderen über einen Ankaufsetat, um auch selbst Objekte auf den Weltausstellungen zu erwerben. Der Bestandskatalog wird an den bereits bearbeiteten Katalog "Glas der Moderne (1880–1930)" anschließen.

Ansprechpartnerin:
Dr. Susanne Netzer, Oberkustodin, Kunstgewerbemuseum

Das Kunstgewerbemuseum ist in der Research Area B "Analyse & Synthese" im Basisprojekt "Genese und Genealogie" des Exzellenzclusters beteiligt. Untersucht wird die Bedingtheit natürlicher und artifizieller Formen. In ihrer strukturellen Erscheinungsweise können Formen als Effekte verschiedener Formprozesse verstanden werden. Die Frage nach der Genese und Genealogie von Form zielt auf die Beschreibung der Formwerdung und zwar vergleichend sowohl auf die Gestaltung von Artefakten als auch auf die Ontogenese von Organismen. Der vom Kunstgewerbemuseum erforschte Teil bezieht sich auf die Beschreibung und Analyse vegetabiler Schmuck- und Konstruktionsformen und deren Wandel in Kunstwerken in Gotik, Jugendstil und "Green Design" unter der Fragestellung nach der ideologischen, ästhetischen und funktionalen Bedeutung biologischer Formvorbilder. Geplant ist u. a. die Erarbeitung einer Ausstellung mit dem Titel "Form und Struktur in Natur und Design".

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Sabine Thümmler, Direktorin, Kunstgewerbemuseum

Besuchereingang

Matthäikirchplatz
10785 Berlin

vollständig rollstuhlgeeignet

Verkehrsverbindungen

U-Bahn U2 (Potsdamer Platz)
S-Bahn S1, S2, S25 (Potsdamer Platz)
Bus M29 (Potsdamer Brücke); M41 (Potsdamer Platz Bhf / Voßstraße); M48, M85 (Kulturforum); 200 (Philharmonie)

Das Kunstgewerbemuseum ist wegen umfangreicher Renovierungs- und Umbauarbeiten ab 2.1.2012 geschlossen.

Jahreskarte Staatliche Museen zu Berlin
Ab 25,- EUR
Weitere Informationen

Tel.: 030 / 266424242 (Mo - Fr 9 - 16 Uhr)
Fax: 030 / 266422290
service@smb.museum

Postanschrift:
Tiergartenstraße 6
10785 Berlin

Tel.: 030 / 266424336
Fax: 030 / 266424311
kgm[at]smb.spk-berlin.de

Direktorin: Dr. Sabine Thümmler
Stellvertretender Direktor: Lothar Lambacher

Café und Restaurant im Kulturforum
Frau Rave
Tel.: 030 / 266428501

Buchhandlung Wasmuth
Frau Baron/ Frau Körzell
Tel.: 030 / 26554921