Sammlung Grafikdesign

Die Sammlung Grafikdesign umfasst 100.000 internationale Plakate und 150.000 Einzelblätter angewandter Grafik. Darunter befinden sich wenige Schrift- und Illustrationsbeispiele der Buchmalerei in Spätmittelalter und Frührenaissance, Typografiebeispiele beziehungsweise Pressendrucke vom späten 15. Jahrhundert bis heute, Buchtitelandrucke, Einbände und Buchumschläge sowie Vorzeichnungen, An- und Probedrucke für Buchillustrationen, die oft in enger Anlehnung an die Sammlung Buch- und Medienkunst, erworben wurden und werden. Zudem beherbergt die Sammlung zahlreiche Exlibris, Spielkarten, Kalender, Schallplattencover, Akzidenzien wie Festblätter, Geburts- und Todesanzeigen, Werbedrucksachen, Informationsgrafik, Buntpapiere und Notentitel, Scherenschnitte und Schattenrisse, die als Erinnerungsblatt oder Buchillustration in die Sammlung gelangten. Die Grenzen zur freien Kunst sind mitunter fließend, was vor allem die Bestände zur visuellen und konkreten Poesie, zu Fluxus oder Mail Art verdeutlichen.
Den Kern dieser Bestandsgruppen, zu denen neben Einzelblättern auch Bücher zählen, bilden die Sammlung Reichardt (erworben 1979), die Sammlung Hanns Sohm (1999) sowie die Sammlung Deisler (2000). Die Sammlung Marzona, die Plakate, Akzidenzdrucke, Künstlerdokumente und Bücher zur Kunst überwiegend der 1960er-Jahre vereint und die Bestände der Sammlungen Grafikdesign sowie Buch- und Medienkunst ergänzt, stellt einen Sonderbestand dar. Ein wichtiges Sammelgebiet ist die Wirtschaftsgrafik beziehungsweise das Corporate Design, beispielhaft vorhanden in den Beständen von Ernst Paul Weise, Anton Stankowski, Herbert Kapitzki und dem 2012 erworbenen Nachlass Karl Duschek.

Bereits im 19. Jahrhundert wurden Beispieldrucke verschiedenster grafischer Druckverfahren einschließlich fotografischer zusammengetragen. Frühe Bildplakate sind als Belege moderner, großformatiger Farblithografie wie als Beispiele eines neuen Mediums erworben worden. Das besondere Interesse für das Plakat schlug sich seit 1892 in einer regen Sammeltätigkeit nieder. Schwerpunkte bilden frühe Plakate aus Frankreich, Belgien, England und den USA aus der Zeit von 1880 bis 1914, darunter solche von Henri de Toulouse-Lautrec, Alfons Mucha, Jules Chéret, Edward Penfield und den Beggarstaff Brothers, deutsche Plakate von 1890 bis heute, Schweizer Plakate von 1900 bis zur Gegenwart, polnische Plakate der 1950er Jahre bis 2000 und Künstlerplakate nach 1945. Seit 2007 wird dank regelmäßiger Schenkungen der von der Firma Dai Nippon Printing Co., Ltd. (DNP), unterhaltenen ggg-Galerie in Tokio die Sammlung japanischer Plakate um aktuelle Arbeiten ergänzt. Zu den umfangreichen Beständen einzelner Grafiker zählen die von Lucian Bernhard, Julius Klinger, Ludwig Hohlwein und Edmund Edel, aus jüngerer Zeit von Hans Hillmann, Michael Engelmann, Frieder Grindler, Holger Matthies, Gunter Rambow, Günther Kieser, Gert Wunderlich, Helmut Brade, Volker Noth, Nicolaus Ott und Bernard Stein, Herbert Leupin und Niklaus Troxler.

Im Studiensaal der Kunstbibliothek werden die Objekte der Sammlungen auf Bestellung vorgelegt. Der Studiensaal ist offen für Studierende, Forscher und alle Kunstbegeisterte.