Forschung

Die Kunstbibliothek bietet mit ihren Buchbeständen, Museumssammlungen, Studien- und Lesesälen ideale Arbeitsbedingungen für Studierende und Forscher aus aller Welt. Ihr Kernteam bilden elf Wissenschaftler, die sich unterschiedlichen Schwerpunkten der Kunst-, Medien- und Bibliothekswissenschaft widmen. Sie arbeiten zusammen mit Kuratoren und Wissenschaftlern in projektgebundenen Zeitverträgen sowie mit Stipendiaten des Projekts "Connecting Art Histories in the Museum: The Mediterranean and Asia", einer Kooperation der Staatlichen Museen zu Berlin und des Kunsthistorischen Instituts Florenz. Gemeinsam mit den Stipendiaten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und den wissenschaftlichen Assistenten in Fortbildung unterstützen so jeweils etwa zehn internationale Nachwuchswissenschaftler das Team der Kunstbibliothek.

Ein besonderes Augenmerk gilt der interdisziplinären Vernetzung der kunstwissenschaftlichen Forschung in den Museen durch die Zusammenarbeit mit Universitäten und international renommierten Forschungseinrichtungen. Zu den Kooperationspartnern der Kunstbibliothek zählen unter anderem die Berliner Universitäten, das Getty Research Institute in Los Angeles, die Universitätsbibliothek Heidelberg und das Kunsthistorische Institut Florenz. Die Projekte der Kunstbibliothek werden gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die DFG, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und die VolkswagenStiftung.

Viele wissenschaftliche Projekte münden in Ausstellungen, welche die Faszination der kunstwissenschaftlichen Forschung für die breite Öffentlichkeit lebendig werden lassen. Auch Fachhochschulen, Universitäten und Akademien haben die KB längst als attraktiven Partner für Ausbildungsprogramme, Workshops und Symposien entdeckt. Im Museum für Fotografie entsteht in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin (UdK) eine Plattform für junge Fotokünstler und Kuratoren, und jedes Jahr präsentiert sich die Klasse einer ausgewählten Hochschule für Design mit einer Inszenierung der Ausstellung "100 beste Plakate" im Foyer des Gebäudes am Kulturforum. Damit ist die Kunstbibliothek ein Ort, an dem die Vernetzung künstlerischer und wissenschaftlicher Disziplinen nicht nur vermittelt, sondern tatsächlich auch studiert und in der Praxis erprobt werden kann.

Forschungsprojekte der Kunstbibliothek

Das Projekt "EMA – Virtuelles Erich Mendelsohn Archiv" soll die Korrespondenz zwischen dem Architekten Erich Mendelsohn (1887–1953) und seiner Ehefrau Luise (1894–1980) wissenschaftlich erschließen und digitalisieren. Während sich die Briefe Erich Mendelsohns im Besitz der Kunstbibliothek befinden (1.410 Dokumentationseinheiten), sind die Briefe Luise Mendelsohns im Getty Research Institute, Los Angeles (GRI), aufbewahrt (1.328 Dokumentationseinheiten).

In Kooperation mit dem GRI werden sämtliche Dokumente zunächst erfasst und hochauflösend gescannt. In einer Online-Kooperation folgt die Anfertigung von Transkripten, die den Ursprungstext philologisch korrekt wiedergeben. Kommentare und Annotationen ergänzen die wissenschaftliche Aufbereitung. Die Reproduktionen der Originaldokumente werden schließlich zusammen mit den Transkripten online publiziert und über vielfältige Indexierungen erschlossen.

Erich Mendelsohn ist eine Schlüsselfigur der architektonischen Moderne der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein berühmter Einsteinturm in Potsdam (1923), seine Bauten für das Kaufhaus Schocken in Stuttgart und Chemnitz (1926–1930) und das Columbushaus in Berlin (1932) zählen zu den Inkunabeln der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Sein dramatischer Lebensweg, bedingt durch seine Emigration 1933, ist ein besonders eindrückliches Beispiel für den erzwungenen Kulturtransfer, der mit der Vertreibung der kulturellen Elite aus Deutschland während des Nationalsozialismus einherging.

Die architektur- und kulturhistorisch einzigartige Bedeutung der Korrespondenz liegt in der Kontinuität des Austauschs über zwei Weltkriege hinweg und durch mehr als vier Jahrzehnte. Die Bandbreite der Themen reicht von Beschreibungen des Alltags und persönlicher Stimmungen bis hin zu architekturtheoretischen Erörterungen, Gedanken über Musik und zeithistorische Betrachtungen. Es ist ein Quellenkonvolut, in dem die Schicksale von Menschen und Kunst einer ganzen Epoche lebendig werden.

Kooperationspartner: The Getty Research Institute, Los Angeles (GRI)
Wissenschaftliches Team: Dr. Andreas Bienert, Generaldirektion, Staatliche Museen zu Berlin; Elke Blauert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kunstbibliothek; Prof. Dr. habil. Regina Stephan, Fachhochschule Mainz; Wim de Wit, GRI
Gefördert durch: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Laufzeit: 2012–2014

Link zur Online-Datenbank

Im Rahmen des Exzellenzclusters "Bild Wissen Gestaltung" der Humboldt-Universität zu Berlin beteiligt sich die Kunstbibliothek an einem Projekt zur interdisziplinären Erschließung kunsthistorischer Sammlungen. Im Mittelpunkt steht die Gemäldesammlung der Lipperheideschen Kostümbibliothek mit etwa 700 Bildobjekten zur Mode- und Kostümgeschichte aus der Zeit 1450 bis 1900, die sich seit 1899 in der Kunstbibliothek befindet und trotz ihrer immensen kulturhistorischen Bedeutung bis heute nur unzureichend erforscht ist.

Ziel ist die modellhafte, interdisziplinäre Erschließung eines repräsentativen Teilbestands dieser Sammlung durch Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen. Die beteiligten Disziplinen sind: Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft, Materialkunde, Kunstgeschichte, Modegeschichte, Informatik und Interaction Design. Aus der Kooperation dieser Disziplinen sollen in einer experimentellen Arbeitsform innovative Verfahren hervorgehen, die sich auf die Erschließung anderer Sammlungen anwenden lassen.

Das Erkenntnisinteresse richtet sich außerdem auf die intellektuellen und technischen Bedingungen und Prozesse einer solchen Kooperation. Das Projekt erforscht also auch, in welcher Weise eine gemeinsame Erschließungsarbeit die Bewertung und öffentliche Wahrnehmung einer Sammlung verändert und wie sich aus der verbesserten Kenntnis der Objekte und Materialitäten geeignete Restaurierungskonzepte entwickeln lassen, die zum besseren Verständnis der Gegenstände selbst beitragen.

Weitere Informationen

Wissenschaftliches Team: Dr. Matthias Bruhn, HU; Prof. Dr. Wolfgang Coy, HU; Dipl.-Rest. Sonja Krug, BAM; Dr. Oliver Hahn, BAM; Dr. Adelheid Rasche, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kunstbibliothek; Prof. Dr. Moritz Wullen, Direktor, Kunstbibliothek; Prof. Carola Zwick, KH
Kooperationspartner: Bundesanstalt für Materialforschung (BAM), Humboldt-Universität zu Berlin (HU), Weißensee Kunsthochschule Berlin (KH)
Gefördert durch: DFG
Laufzeit: 2013–2015

"Europeana Fashion" ist ein bis Februar 2015 laufendes "Best Practice"-Projekt, das durch das CIP ICT-PSP Programm finanziert wird und 22 Partner aus 12 europäischen Ländern vereint. Die Partner zählen zu den führenden europäischen Institutionen und Sammlungen im Modebereich, darunter die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Alle Partner werden das Portal Europeana mit herausragenden Materialien zur Geschichte der europäischen Mode anreichern. Etwa 700.000 modebezogene Objekte werden online zur Verfügung gestellt: historische Kleidung und Accessoires, Fotografien, Druckgrafik und Zeichnungen, Videos und Plakate.

Weitere Informationen

Wissenschaftliches Team: Dr. Adelheid Rasche, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kunstbibliothek; N. N.
Kooperationspartner: Institut für Museumsforschung, Staatliche Museen zu Berlin
Gefördert durch: EU (CIP ICT-PSP Programm)
Laufzeit: 2013–2015

Auktionskataloge bilden eine zentrale Grundlage zur Erforschung des Kunstmarkts im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, zu Fragen des Sammelns und der Geschmacksbildung sowie zugleich zu einzelnen Künstlern und Kunstgattungen. Darüber hinaus sind Auktionskataloge das unersetzbare Rechercheinstrument für die Provenienzforschung, um fragliche Besitzverhältnisse zu erschließen.

Bislang wurden Auktionskataloge in keiner Bibliothek konzentriert gesammelt. Sie befinden sich verstreut in vielen Kunst- und Museumsbibliotheken sowie Archiven und können an keinem Ort zentral eingesehen werden. Zudem ist der Großteil der Auktionskataloge nicht einmal bibliografisch erfasst, sodass bislang kein Überblick über das tatsächlich vorhandene Quellenmaterial besteht. Wegen ihres Erscheinungszeitraums in der ersten Hälfte des Jahrhunderts sind die meisten Auktionskataloge von einem sehr schlechten Erhaltungszustand gekennzeichnet, der eine Digitalisierung auch unter dem Aspekt der Bestandserhaltung dringend notwendig erscheinen lässt.

Erstmals sollen die deutschsprachigen, zwischen 1901 und 1929 erschienenen und bislang nicht erfassten Auktionskataloge ermittelt und durch eine bibliografische Erschließung, Analyse, Digitalisierung sowie online gemäß den Prinzipien des Open Access systematisch frei zugänglich gemacht werden. Detaillierte Recherchemöglichkeiten inklusive der Volltextsuche sollen den Zugriff auf dieses bislang nur schwer zugängliche Material verbessern.

Wissenschaftliches Team: Dr. Britta Bommert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kunstbibliothek; Dr. Joachim Brand, stellvertretender Direktor, Kunstbibliothek
Kooperationspartner: Universitätsbibliothek Heidelberg
Gefördert durch: DFG
Laufzeit: 2013–2015
Projektwebsite: German Sales 1901-1945

Im Rahmen des EU-Projekts "Partage Plus – Digitising and Enabling Art Nouveau for Europeana" werden Sammlungsobjekte zur Geschichte des Jugendstils digital durch Foto Marburg fotografiert und datenbankbasiert erschlossen. Bild- und Metadaten sollen über die Europeana, die Verbunddatenbank "Bildindex der Kunst und Architektur" von Foto Marburg sowie beliebige Online-Präsenzen des Museums öffentlich zugänglich gemacht werden.

An "Partage Plus" sind 23 Kulturinstitutionen aus 17 europäischen Ländern als Projektpartner unmittelbar beteiligt, weitere 8 Institutionen werden als Kooperationspartner in das Projekt eingebunden. Die Projektkoordination liegt beim Collections Trust London. Die Finanzierung übernimmt das EU-Programm zur Unterstützung der Politik für Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT)/Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP).

Die Teilhabe an dem EU-Projekt "Partage Plus" stellt einen wichtigen Schritt bei der digitalen Erschließung der Architekturbestände der Kunstbibliothek dar. Der Blickpunkt liegt auf dem Œuvre des Jugendstilarchitekten Joseph Maria Olbrich, dessen zeichnerischer Nachlass (etwa 2.000 Objekte) sich seit 1912 im Besitz der Kunstbibliothek befindet.

Weitere Informationen

Wissenschaftliches Team: Dr. Andreas Bienert, Generaldirektion, Staatliche Museen zu Berlin; Elke Blauert, Dr. Anita Kühnel, Dr. Adelheid Rasche, Wissenschaftliche Mitarbeiterinen, Kunstbibliothek
Kooperationspartner: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg
Gefördert durch: EU (CIP ICT-PSP Programm)
Laufzeit: 2013–2014

Die seit 2003 veranstaltete Vortragsreihe „MODE Thema MODE“ lädt regelmäßig deutsche und internationale Referenten ein, um unterschiedliche Themen der Modeforschung vorzustellen. Die Erschließung der Kulturgeschichte von Mode und Kleidung in künstlerischer Hinsicht sowie als Zeichen gesellschaftlicher Kommunikation dient der Entwicklung neuer Perspektiven und verdichtet das breit gefächerte Netzwerk der internationalen Modeforschung. Die Vortragsreihe hat in den letzten Jahren internationale Strahlkraft erlangt, wobei eine zeitlich befristete Förderung vonseiten der VolkswagenStiftung im Jahr 2010 hilfreich war.

Kooperationspartner: Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin
Leitung: Dr. Adelheid Rasche, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kunstbibliothek
Laufzeit: seit 2003

Förderinstitution:
European Commission
Culture and Communication Culture
B-100 - Office 5/21
B - 1049 Brussels

Projektpartner:
MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst /Gegenwartskunst
Stubenring 5 1010 Wien

Uměleckoprůmyslové museum v Praze
ulice 17. listopadu 2
110 00 Praha 1

Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin 
Matthäikirchplatz 6
10785 Berlin-Tiergarten

Mitwirkende in Berlin:
Projektleitung: Dr. Andreas Bienert, Dr. Joachim Brand
Wissenschaftliche Datenerfassung: Dr. Susanne Grexa, Dr. Horst Nieder, Dr. Annemarie Stefes
Scanning: Anna Iov, Harald Rudolph, Anna Russ

Auf Initiative des Museums für angewandte Kunst in Wien (MAK) beantragten die Kunstbibliothek in Berlin, das Kunstgewerbemuseum in Prag (UPM) und das MAK im Jahre 2005 Mittel im EU-Förderprogramm Kultur 2000, um ihre herausragenden Ornamentstichsammlungen besser für die Öffentlichkeit und die Wissenschaft zu erschließen und im WWW leichter zugänglich zu machen.

Der „Katalog der Ornamentstichsammlung der Staatlichen Kunstbibliothek Berlin“ aus dem Jahre 1939, der nach wie vor in Fachkreisen als Referenzbibliographie zum Ornamentstich gilt, war einschließlich der handschriftlichen Nachträge bereits vor dem Beginn des Projekts vollständig nach dem MIDAS-Standard inventarisiert und in der Musys-Datenbank der Staatlichen Museen zu Berlin verzeichnet worden. Die Aktivitäten der Kunstbibliothek im Projekt konzentrierten sich deshalb auf die Bereitstellung der Daten für eine gemeinsame Datenbank im WWW und auf die Digitalisierung. Bis zum Projektende am 30. September 2007 konnten rund 10.000 graphische Blätter aus der Ornamentstichsammlung der Kunstbibliothek digitalisiert werden. Es handelt sich hierbei um alle aufgelegten graphischen Blätter und einen kleinen Teil der gebundenen graphischen Folgen. Die Digitalisierung des überwiegenden Teils der gebundenen Folgen und der illustrierten Bücher ist in Planung und soll in folgenden Projekten realisiert werden. Die Kombination von Werken aus den drei Sammlungen, die differenzierten Abfragemöglichkeiten und die direkte Anzeige der digitalisierten Ornamentstiche bieten einen vollkommen neuen Zugang zu den umfangreichen Beständen für die Forschung und alle Interessierten.


Symposium "Fotografie im Museum", 21. bis 23. November 2008


Im Mai 2010 konnte im zweiten Obergeschoss des Museums für Fotografie der Kaisersaal nach grundlegender Renovierung und Neugestaltung wiedereröffnet werden. Nach den Entwürfen von Kahlfeldt Architekten entstand ein großzügiger, allen Ansprüchen an die moderne Präsentation von Fotografie genügender Ausstellungssaal. Seit seiner Eröffnung 2004 hat sich das Museum für Fotografie als zentrale, integrative Schnittstelle für Fotografie bei den Staatlichen Museen zu Berlin etabliert: Mit seinen Ausstellungen von der Reisefotografie des 19. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Fotoinstallationen hat es sich in der Fotoszene positioniert, eine Fachbibliothek aufgebaut, Tagungen und Vortragsreihen wurden veranstaltet.

In Vorbereitung der Wiedereröffnung fand in Berlin das Symposium "Fotografie im Museum" statt. Es stellte die Entwicklung in Berlin in den europäischen Kontext, um das Museum für Fotografie im Netzwerk der großen Fotomuseen und -sammlungen neu zu verorten. Kolleginnen und Kollegen aus deutschen und europäischen Institutionen stellten die Arbeit ihrer Häuser vor.

Dabei galt das Augenmerk vor allem Institutionen, die sich seit 1999 neu etabliert oder ausgerichtet hatten. Die Debatte konzentrierte sich auf drängende Fragen der Fotografie am Ende ihrer analogen Ausformung: Welche Fotografien werden gesammelt und bewahrt, wie werden sie erforscht und der Öffentlichkeit angeboten?

Im Folgenden können die auf der Tagung gehaltenen Vorträge und Diskussionen heruntergeladen werden. Zu den Tagungsbeiträgen klicken Sie bitte hier.

Eine Veranstaltung mit großzügiger Unterstützung durch den Verein der Freunde des Museums für Fotografie

Der Piktorialismus zählt in seiner internationalen Vernetzung, seiner Auseinandersetzung mit der Malerei und in seiner Vielfalt technischer Ausprägungen zu den vielgestaltigsten Kapiteln der Fotografiegeschichte. Mit der „Kunstphotographie um 1900“ entstand eine fotografische Stilrichtung, die vor allem von ambitionierten Amateuren in Abgrenzung zu etablierten  Berufsateliers getragen wurde. Sie verschaffte sich ab den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit neuen bildtechnischen Gestaltungen und ästhetischen Überlegungen zur Fotografie als Kunstform Anerkennung. Ernst Juhl (1850-1915) gehörte als Ausstellungsorganisator, Redakteur und Sammler zu den wichtigsten Förderern der kunstfotografischen Bewegung in Europa. Seine Kollektion wurde vom Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg sowie von der Kunstbibliothek Berlin erworben und bildet hier neben der Sammlung Matthies-Masuren den Kern ihrer künstlerischen Bestände um 1900 und ist der Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens.

Unser Projekt zielt auf eine interdisziplinäre Analyse des Phänomens „Piktorialismus“, die sowohl die Medienwissenschaften als auch die Kunstgeschichte und die Kunstsoziologie einbezieht. Zentraler Ansatzpunkt zur Vernetzung und Diskussion war das international besetzte Symposium „Inspirationen – Interaktionen: Kunstfotografie um 1900 neu betrachtet" („Inspirations – Interactions: Pictorialism Reconsidered“). Es fand vom 21. bis 23. November 2013 im Fürstensaal des Museums für Fotografie statt. Im Rahmen des Projektes werden zudem die kunstfotografischen Bestände der Kunstbibliothek vollständig bearbeitet. Die Erforschung dieser Bestände bildet zusammen mit dem Archiv Enno Kaufhold die Grundlage für eine Forschungsdatenbank.

Wissenschaftliches Team: Dr. Ludger Derenthal, Christine Kühn, Claudia Pfeiffer, Ulrich Rüter, Wissenschaftliche Mitarbeiter, Kunstbibliothek; Lars Spengler, freier Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Gefördert durch den Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien
Laufzeit: 2013–2014

Experimentelles Ausstellungslabor
Laufzeit: 2013 ff.
Kooperationspartner: Universität der Künste Berlin (UdK)
Finanzierung: Stiftung Preussischer Kulturbesitz
Wissenschaftliches Team: Dr. Ludger Derenthal (Kunstbibliothek), Prof. Dr. Tanja Michalsky (UdK)  

Die Ausstellungsserie „seen by“ ist ein im Museum für Fotografie installiertes Laborprojekt für die Entwicklung innovativer kuratorischer und künstlerischer Strategien in der Fotokunst. Alternierend zur Auswahl der Werke durch UdK-Angehörige wird die Ausstellung nach Auswahl der Kuratoren durch einen Workshop vorbereitet, in dem mit Studierenden ein gemeinsames Kon­zept entwickelt wird. Damit wird nicht nur eine neue Lehrform etabliert, sondern auch ein dichtes thematisches Zusammenwirken der künstlerischen Arbeitsprozesse ermöglicht, die sich in ganz unterschiedlichen ‚Publi­kationen’ niederschlagen können: von Ausstellungen und Performances bis hin zu Lesungen und Vortragsreihen.

Link zur Ausstellung


Die Publikationen der Kunstbibliothek finden Sie in der Bibliografie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Kunstbibliothek am Kulturforum:
Matthäikirchplatz 6
10785 Berlin

Kunstbibliothek im Archäologischen Zentrum:
Geschwister-Scholl-Straße 6
10117 Berlin

Kunstbibliothek im Museum für Fotografie:
Jebensstraße 2
10623 Berlin

Alle Standorte sind vollständig rollstuhlgeeignet

Ausstellungsbereiche am Kulturforum:

Mo geschlossen
Di 10:00 - 18:00 Uhr
Mi 10:00 - 18:00 Uhr
Do 10:00 - 18:00 Uhr
Fr 10:00 - 18:00 Uhr
Sa 11:00 - 18:00 Uhr
So 11:00 - 18:00 Uhr

Öffnungszeiten an Feiertagen unter Besuch planen

Informationen zu den Öffnungszeiten der Bibliotheken und anderen Standorten entnehmen Sie bitte den Hinweisen auf den folgenden Seiten:

Kunstbibliothek am Kulturforum
Kunstbibliothek im Archäologischen Zentrum
Lipperheidesche Kostümbibliothek
Fachbibliotheken der Sammlungen
Museum für Fotografie

Postanschrift:
Matthäikirchplatz 6
10785 Berlin

Tel.: 030 / 266424101
Fax: 030 / 266424199
kb@smb.spk-berlin.de

Direktor: Prof. Dr. Moritz Wullen
Stellvertretender Direktor: Dr. Joachim Brand

Café und Restaurant im Kulturforum
Frau Rave
Tel.: 030 / 266428501

Buchhandlung Wasmuth
Frau Baron/ Frau Körzell
Tel.: 030 / 26554921