Picasso - der Gebrauchsgraphiker

09.12.2005 bis 29.01.2006

Kunstbibliothek

Über 380 gebrauchsgrafische Arbeiten von Pablo Picasso, die zwischen 1902 und 1972 entstanden, konnte der Schweizer Sammler Bruno Margadant seit 1949 erwerben. Dieser Bereich begründete Picassos Popularität über die Kunstszene hinaus im Alltag eines breiten Publikums. Der Künstler illustrierte Zeitschriften und Bücher, entwarf Buchumschläge und Kalender, Postkarten und Plakate, gestaltete Titelblätter für Programme und Notenhefte. Dienten die ersten Arbeiten noch dem Broterwerb, so waren spätere oftmals Gefälligkeitsarbeiten, die sich einerseits aus Freundschaften zu Literaten, Musikern oder Verlegern ergaben oder bewusstes politisches Engagement für die Résistance, die Kommunistische Partei Frankreichs oder die Welt-Friedensbewegung waren.

Seine Popularität weckte in Verlegern und Herausgebern den Wunsch, mit dem Erfolg versprechenden Markenzeichen Picasso eine höhere Aufmerksamkeit zu erlangen. Abgesehen von dem großen Interesse Picassos an den Möglichkeiten der technischen Umsetzung seiner Entwürfe verstand er es, die Medien Plakat, Buch und Zeitschrift für die Verbreitung seiner geistigen und politischen, vor allem aber seiner künstlerischen Standpunkte zu nutzen. Nach St. Gallen, dem Wohnort Bruno Margadants, und dem Picasso-Museum Münster zeigt die Kunstbibliothek als dritte Station mit insgesamt rund 180 Werken wesentliche Teile dieser privaten Sammlung, ergänzt durch einzelne Arbeiten aus dem eigenen Bestand.