Neues Sehen in Berlin
Fotografie der Zwanziger Jahre

16.09.2005 bis 20.11.2005

Kunstbibliothek

Eine Ausstellung der Kunstbibliothek / Museum für Fotografie

Die Ausstellung in der Kunstbibliothek beleuchtet eines der innovativsten Kapitel der neueren Fotografiegeschichte. Gezeigt werden rund hundert Aufnahmen von 18 namhaften Fotokünstlern, darunter Max Burchartz, Florence Henri, László Moholy-Nagy und Albert Renger-Patzsch. Ihre Bilder begeisterten in kurzer Zeit eine breite Öffentlichkeit. Sie verbanden zeitgemäße Modernität mit einer Bildästhetik, die unter den Schlagworten "Neues Sehen" bzw. "Neue Sachlichkeit" verbreitet wurde. Die neue Formensprache, die von überraschenden Ausschnitten, dynamischen Schrägsichten, einer intensiven Bildschärfe und der Betonung von Strukturen bestimmt wird, fand Anwendung in den klassischen Themenbereichen Architektur, Bildnis, Natur und Stillleben. Darüber hinaus rückten Alltag, Industrie und Technik in den Blick; Werbung und Journalismus eröffneten neue produktive Arbeitsmöglichkeiten.

Die Exponate gehen zurück auf Erwerbungen, die die Kunstbibliothek unter der Leitung von Curt Glaser, von 1924 und 1933 Direktor der Kunstbibliothek, zwischen 1929 und 1932 tätigte. Sie entstammen verschiedenen Ausstellungen, allen voran der Werkbundschau "Film und Foto", die als die bedeutendste internationale Zusammenfassung des avantgardistischen Film- und Fotoschaffens der 1920er Jahre gilt.