Herbert W. Kapitzki und die Tradition des Sachlichen

11.02.2005 bis 03.04.2005

Kunstbibliothek

Parallel zur Ausstellung "Ulmer Modelle" im Kunstgewerbemuseum zeigt die Kunstbibliothek Grafik-und Kommunikationsdesign von Herbert Kapitzki.
Der einstige Schüler von Willi Baumeister hatte in den 1950er und frühen sechziger Jahren Ausstellungen für das Stuttgarter Landesgewerbeamt gestaltet und konzipiert. Er entwickelte eine klare Formensprache, die konstruktiven Vorbildern folgte und trat für die Popularisierung von funktional ausgerichtetem Grafikdesign ein, das für ihn selbst exemplarisch und wegweisend war.

Als Otl Aicher ihn 1964 an die Hochschule für Gestaltung Ulm holte, wo er bis zur Schließung der Schule 1968 lehrte, hatte er bereits ausgereifte gestalterische Lösungen vorzuweisen und klare Vorstellungen von modernem Informationsdesign.
Angeregt durch interdisziplinäre Diskussionen innerhalb der Stuttgarter "Gruppe 56" zu Fragen gegenwärtiger wie künftiger Wege der Kommunikation interessierte Herbert Kapitzki früh die Visualisierung von Information durch Bildzeichen bzw. Zeichensysteme, die den Erfordernissen der modernen Massenkommunikation im Zeitalter der Mobilität entsprechen.

Mit seinen Piktogrammen und Wegeleitungen für Flughäfen schuf er internationale Standards für eine Verkehrssprache, die uns heute selbstverständlich erscheint.
Systematisches Gestalten blieb zentrales Thema seiner Lehre in Ulm ebenso wie in Berlin, wo er von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1990 an der HdK lehrte.

Die Ausstellung zeigt die unterschiedlichen Facetten der gestalterischen Arbeit Herbert Kapitzkis und beleuchtet an wenigen Beispielen Herkunft, Umfeld und Ausstrahlung seines Werkes.