Das Institute für Museumsforschung | © Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker

Über das Institut

Das Institut für Museumsforschung ist eine bundesweit tätige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung mit Konzentration auf sammlungsübergreifende Aspekte des Museumswesens. Es erbringt Leistungen für die Museen in Deutschland und für die Staatlichen Museen zu Berlin in den Bereichen Forschung, anwendungsorientierte Vermittlung und Dokumentation. Das Institut arbeitet in Ergänzung zu den regionalen, teilweise länderhoheitlich tätigen Museumsämtern und Fachberatungsstellen der Bundesländer. Es hat keine hoheitlichen Aufgaben im Sinne einer zentralstaatlichen Einrichtung und greift damit nicht in die Kulturhoheit der Länder ein.

Die Forschungsvorhaben werden in Kooperation mit Experten aus dafür relevanten wissenschaftlichen Disziplinen bearbeitet (Kunstgeschichte, Historische Museologie, Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und so weiter). Die Projekte sind am Forschungsbedarf der Museen sowie an übergreifenden museologischen Arbeitsfeldern und praxisrelevanten Fragestellungen orientiert.

Das Institut für Museumsforschung wirkt im Rahmen seiner statutengemäßen Aufgaben an den Aktivitäten der Staatlichen Museen zu Berlin am föderalen Programm mit. Dazu zählen neben museumsstatistischen Auskünften und Dienstleistungen insbesondere Beratung und Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Kulturbehörden in den Ländern. Auch die Mitwirkung in Museumsbeiräten und Stiftungsräten wird durch den Institutsleiter wahrgenommen. Dem Institut für Museumsforschung ist die Arbeitsstelle für Provenienzforschung angeschlossen. Sie hat die Aufgabe, Museen, Bibliotheken, Archive und andere öffentlich unterhaltene, Kulturgut bewahrende Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland bei der Auffindung und Identifizierung von Kulturgütern zu unterstützen, die den rechtmäßigen Eigentümern während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgungsbedingt entzogen wurden.

Perspektive
In den letzten Jahren ergibt sich eine sehr spürbare Schwerpunktverlagerung für die Forschungsplanung, für die Planung von Infrastrukturangeboten und für Kooperationen. Neben der weiterhin sehr wichtigen föderalen und gesamtstaatlichen Perspektive wird die europäische beziehungsweise internationale Perspektive immer wichtiger. Dies bedeutet eine Weiterentwicklung von pragmatischen Einzellösungen zur Entwicklung von Richtlinien und Standards. Das "globale Dorf" existiert bereits in der Forschungsplanung und im Lernen von Partnern, bei denen manche Fragen schon seit längerer Zeit bearbeitet werden. Die Digitalisierung und die Einführung internetbasierter Netzwerkprojekte beschleunigen diese Entwicklung. Nicht zuletzt werden auch die Museen von dem allgemeinen Strukturwandel ergriffen (Stichworte: neue Trägermodelle, Budgetierung, Privatisierung, Betriebswirtschaft statt Kameralistik und so weiter), wodurch neue Aufgaben für das Institut für Museumsforschung entstehen. Gemeinsam mit dem Deutschen Museumsbund hat das Institut für Museumsforschung 2012 diese Entwicklungen in einer neuen "Denkschrift zur Lage der Museen" bilanziert. Die Publikation ist unter dem Titel "Museen zwischen Qualität und Relevanz" in der institutseigenen Reihe "Berliner Schriften zur Museumsforschung" erschienen. Eine Weiterbearbeitung als Online-Publikation wird vorbereitet.