Das Institute für Museumsforschung | © Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker

Projekte

Das Institut für Museumsforschung ist an verschiedenen nationalen und internationalen Projekten beteiligt. Neben Projekten im Museumsbereich beteiligt sich das Institut auch an spartenübergreifenden Projekten mit Archiven und Bibliotheken. Eine Übersicht aktueller Projekte finden Sie hier (weitere Informationen auch unter www.museumsforschung.de).

Der AAT ist ein strukturiertes Vokabular für die Bereiche Kunst, Architektur und Kulturgeschichte, das für die wissenschaftliche Erschließung von Museumsobjekten ausgesprochen hilfreich ist. Das Vokabular liegt bereits in mehreren Sprachen vor, allerdings bisher nicht auf Deutsch. Die Zentralredaktion liegt beim Getty Research Institute in Los Angeles, USA. Der AAT besteht aus insgesamt sieben Facetten. 2012/13 koordiniert das Institut für Museumsforschung in einer ersten Phase die deutsche Entsprechung der Object-Facette des Art and Architecture Thesaurus (AAT).

Dem Institut angegliedert ist die Arbeitsstelle für Provenienzforschung/-recherche. Sie hat die Aufgabe, Museen, Bibliotheken, Archive und andere öffentlich unterhaltene, Kulturgut bewahrende Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland bei der Identifizierung solcher Kulturgüter in ihren Sammlungen und Beständen zu unterstützen, die während der Zeit des Nationalsozialismus den rechtmäßigen Eigentümern entzogen wurden.

Im März 2013 hat das EU-geförderte ATHENA Plus-Projekt begonnen (Access to cultural heritage networks for Europeana). Ziel dieses Projekts ist es, die im Rahmen des ATHENA-Projekts entwickelten Standards und Tools, wie LIDO oder MINT, weiter auszubauen und für eine breite Gruppe von Kulturerbe-Einrichtungen nutzbar zu machen. Weitere Daten der Projektpartner werden an Europeana geliefert. Prototypische Anwendungen für die Nutzung von angereicherten Metadaten für digitale Ausstellungen, Bildungsangebote und touristische Angebote werden entwickelt.

Eines der derzeitigen Ziele der Europäischen Kommission im Bereich der Kultur ist die Förderung von Mobilität von Kulturschaffenden sowie der Mobilität von Sammlungen, das heißt der Austausch von Museumsobjekten und -ausstellungen zwischen EU-Mitgliedsstaaten. Um diese Mobilität zu erleichtern, gibt es seit vielen Jahren länderübergreifende Initiativen, und eine ganze Reihe von Tagungen wurden von den jeweiligen EU-Präsidentschaften organisiert. Um die verteilt publizierten Informationen zusammenzuführen, baute eine Gruppe von Partnern, bestehend aus Museen, Kulturministerien (unter anderem Großbritannien, Griechenland und Spanien), Forschungsstellen und staatlichen Stellen, mithilfe von Fördermitteln aus der EU eine Online-Plattform auf, über die ein Handbuch, Trainingsunterlagen und eine Website für die Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Dieses Portal wird weiterhin vom Institut für Museumsforschung betreut. Die Website wird derzeit mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ausgebaut. Im Juni 2013 werden sich die Experten in Berlin zu einer gemeinsamen Tagung treffen, um Resümee über die bereits geleistete Arbeit zu ziehen und das weitere Vorgehen zu beschließen.

Ziel des Projekts ENUMERATE ist es, die Qualität und Verfügbarkeit von Daten über Digitalisierung, digitale Bewahrung und den Online-Zugang zum kulturellen Erbe in Europa zu verbessern, um strategische Entscheidungen für Investitionen im Bereich der Digitalisierung fundiert treffen zu können.

Ein Konsortium von zehn Partnern bildet den Kern des ENUMERATE-"Thematic Networks". Im Rahmen des Projekts werden statistische Daten zu Digitalisierung erhoben und die methodischen Verfahren zur Erhebung relevanter Daten verfeinert. ENUMERATE basiert auf den Ergebnissen des NUMERIC-Projekts (2007–2009).

2012 wurde eine erste Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse des „Survey Report on Digitisation in European Cultural Heritage Institutions 2012“ sind zusammenfassend auf der Website publiziert. Die anonymisierten Daten sind auf der ENUMERATE-Data Platform zugänglich und können von Interessierten nach Registrierung genutzt und nach eigenen Fragestellungen ausgewertet werden.

Das Institut für Museumsforschung koordiniert das Arbeitspaket "People (Community Engagement)". Monika Hagedorn-Saupe agiert zudem als eine der Sachverständigen der EU-Mitgliedsländer für ENUMERATE, um die Projektumfragen zu implementieren.

Das Ausstellungsportal www.euromuse.net ist ein Gemeinschaftsprojekt europäischer Museen. Es informiert kompetent und aktuell über die kunst- und kulturgeschichtlichen Museen Europas. Das Portal bündelt auf einer Website Informationen zu Sonderausstellungen, Institutionen und Sammlungen und erleichtert so den Zugang zur vielfältigen europäischen Museumswelt. Bereits über 500 Museen aus 23 europäischen Ländern präsentieren unter www.euromuse.net ihre Sammlungen und Sonderausstellungen, darunter beispielsweise das Pariser Musée du Louvre, die Uffizien in Florenz, die Staatlichen Museen zu Berlin und das Jüdische Museum in Prag. Alle Texte zu den Ausstellungen und Sammlungen werden auf Englisch und in der Landessprache des Museums dargestellt. Das Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin betreut das euromuse-Portal und koordiniert derzeit den Relaunch des Portals, der für Ende 2013 vorgesehen ist.

Europeana Fashion ist ein europäisches Kooperationsprojekt, durch das bis März 2015 modebezogene Objektinformationen an Europeana geliefert werden, sodass ein eigenes, umfassendes Europeana Fashion-Portal entsteht, das von historischen Kleidern, Accessoires, Fotografien, Plakaten, Zeichnungen, Entwürfen, Videos bis hin zu Modekatalogen reichen wird. Im Projekt wirken 23 Partner mit, bestehend aus öffentlichen und privaten Museen, Archiven und Sammlungen aus zwölf europäischen Ländern. Das Institut für Museumsforschung koordiniert in diesem Projekt das Arbeitspaket, in dem Nutzerszenarien und Nutzererwartungen ermittelt werden, um auf dieser Basis ein zielgruppenorientiertes Portal aufzubauen.

Das Kunstgewerbemuseum sowie die Lipperheidesche Kostümbibliothek in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin sind ebenfalls Partner im Projekt und tragen moderelevante Objektinformationen bei. Beide Einrichtungen waren an der deutschen Übersetzung des Europeana Fashion Thesaurus beteiligt.

Das Projekt begann im März 2012 und dauert insgesamt 36 Monate. Europeana Fashion wird als Best-Practice-Netzwerk durch das ICT-PSP-Programm der Europäischen Union kofinanziert.

Im Rahmen des europäischen Projekts "Europeana Inside" wird ein umfassendes Softwarepaket namens Europeana Connection Kit (ECK) entwickelt, mit dem es kulturellen Einrichtungen jeder Größe und jedes Typs europaweit leicht gemacht werden soll, Objektinformationen an Aggregatoren und an Europeana zu liefern. Sowohl gegenwärtige und zukünftige Sammlungen als auch Digital-Asset-Management-Software sollen durch das ECK "Europeana-bereit" gemacht werden. Eine Anreicherung von Metadaten aufseiten der Datenlieferanten (und der daraus resultierende Mehrwert für teilnehmende Organisationen und ihre Nutzer) durch die mögliche Rücklieferung von angereicherten Inhalten aus der Europana als zentralem Aggregator und Zugangspunkt für lokale Systeme fließt in die Funktionen des ECK mit ein. Das Institut für Museumsforschung ist für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Netzwerk der 26 Partner vertreten, das aus europäischen Kulturerbe-Einrichtungen, Aggregatoren und Softwarefirmen besteht, und verantwortet das Arbeitspaket "Netzwerk/Öffentlichkeitsarbeit".

Das Projekt begann im April 2012 und dauert insgesamt 30 Monate. Europeana Inside wird als Best-Practice-Netzwerk durch das CIP-ICT-PSP-Programm der Europäischen Union kofinanziert, das die Förderung der "Digitalen Agenda für Europa" zum Ziel hat.

Das Institut für Museumsforschung nimmt die Aufgabe der Fachstelle Museum für die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) wahr. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Erbe und Wissen Deutschlands über ein Portal an zentraler Stelle zugänglich zu machen. Die Fachstelle vertritt in der Entwicklung der Deutschen Digitalen Bibliothek insbesondere die spezifischen Interessen der Museen. Ihre Aufgabe ist es, interessierte Museen auf ihrem Weg in die DDB zu unterstützen und zu beraten. Eine Aufgabe, die das Institut seit Jahren auch für die Museen in der Europeana wahrnimmt.

Hierzu gehört auch die Unterstützung der Museen bei der „Online-Stellung“ ihrer Daten, der Import von Museumsdaten in die DDB und die Einbringung und Vermittlung museumspezifischer Standards in die weitere Entwicklung der DDB, um Museen in die Lage zu versetzen, sich möglichst umfangreich an der DDB zu beteiligen. Zentrales Format für den Import von Daten in die DDB ist das von und für Museen entwickelte internationale Datenformat LIDO (http://www.lido-schema.org). Zu diesem Zwecke wurden u.a.:


- ein Informationsblatt entwickelt, das die in der DDB verwendeten LIDO Elemente erläutert

- eine Handreichung erstellt, die erläutert, welche Regelungen beim Import von LIDO angewendet werden (Handreichung | pdf Visualisierung)

- eine Plattform aufgebaut, um andere Formate für den Import in die DDB vorzubereiten.

Die von der Fachstelle Museum bereitgestellten Informationen zu LIDO, die Handreichungen und Empfehlungen für Standards, wurden in enger Kooperation mit nationalen und internationalen Gremien, Institutionen und Projekten entwickelt und mit diesen ausgetauscht. Hierdurch ist eine enge Anbindung der museumsbezogenen Entwicklung der DDB an die aktuellen nationalen und internationalen fachlichen Entwicklungen sichergestellt.

Die technische Koordinierung der DDB erfolgt durch die Servicestelle der Deutschen Digitalen Bibliothek, die an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt angesiedelt ist. Die Geschäftsführung des Gesamt-Projektes DDB sowie Planung und Steuerung des operativen Geschäftes obliegt der in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz angesiedelten Geschäftsstelle (weitere Informationen siehe https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/contact/ddb-team).

Ansprechpartner für die Fachstelle Museum sind

Herdis Kley

Frank von Hagel

Prof. Monika Hagedorn-Saupe

Das Institut für Museumsforschung koordiniert das europäische Ausstellungsportal www.euromuse.net. Um die Zusammenarbeit mit Tourismuseinrichtungen zu erleichtern, wird im Rahmen des Harmosearch-Projekts ein Set von Technologien und Diensten erarbeitet, das einen einfachen, kostengünstigen und schnellen Datenaustausch zwischen Partnern im Kultur- und Tourismussektor ermöglicht. Veranstalter können ihre Events (zum Beispiel Ausstellungen) weiteren Teilnehmern zur Verfügung stellen sowie auf Portalen wie beispielsweise euromuse.net und auf Social-Media-Kanälen veröffentlichen.

Ein Handout für Museen, die eine Verbindung zu euromuse.net wünschen, finden Sie hier. Weitere Auskunft kann das euromuse.net-Team am Institut für Museumsforschung geben.

Die Harmosearch-Dienstleistungen werden von einer Gruppe Tourismusunternehmer in Zusammenarbeit mit Forschungs- und Kultureinrichtungen entwickelt. Das Harmosearch-Projekt wird im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission gefördert.

Mit "kulturerbe-digital" wird ein Informationsportal zu Fragen der Digitalisierung im Kulturbereich aufgebaut. Das Internetportal soll die deutsche und internationale Öffentlichkeit umfassend über die zahlreichen deutschen Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung von Kulturgut informieren.

Das Institut ist einer der deutschen Partner im Linked Heritage-Projekt. Linked Heritage konzentriert sich auf die Weiterentwicklung und Nutzung der Terminologie und des MINT-Tools. MINT steht für Metadata Interoperability Services und ist ein Werkzeug, zugänglich über eine Service-Plattform, das es Archiven, Bibliotheken, Galerien, Museen und audiovisuellen Archiven erlaubt, Metadaten zu importieren, eine Semantic Map der Metadaten zu erstellen und die Metadaten in verschiedenen Formaten auszugeben.

Linked Heritage liefert – neben der Standards-Entwicklung – Daten aus dem kulturellen öffentlichen und privaten Sektor an Europeana. Das Linked Heritage-Netzwerk besteht aus 38 Partnern: Ministerien, Behörden, Datenlieferanten, Aggregatoren, Forschungseinrichtungen, Verlagen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Das Institut für Museumsforschung koordiniert in Linked Heritage unter anderem eine Arbeitsgruppe, die das Ziel hat, Materialien bereitzustellen für das Erstellen von digitalen Ausstellungen.

Das Projekt begann im April 2011 und dauert 30 Monate.

Weitere Informationen: MINT Ingestion Server

Das Institut für Museumsforschung unterstützt den Aufbau des SPK-Digital-Portals. Mit ihm sollen die über zehn Millionen Nachweise der Bestände aller Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) übergreifend suchbar gemacht werden. Das Portal SPK-Digital beinhaltet die OPACs der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB), der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), des Staatlichen Instituts für Musikforschung (SIM), des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI) und des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz (GSta) sowie die Online-Findbücher des GSta und des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin [LINK] (ZA-SMB). Auch bereitgestellte Digitalisate der Archive, Bibliotheken, Museen und Forschungsinstitute sind über das Portal online zugänglich. Ein ergänzendes Themenportal wird auf SPK-Digital angeboten, das stiftungsweit bedeutsame Themen präsentiert, die von einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aller SPK-Einrichtungen aufbereitet werden.

Das Projekt wird koordiniert durch eine stiftungsweite Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Monika Hagedorn-Saupe, Institut für Museumsforschung, und Dr. Karl Werner Finger, Staatsbibliothek zu Berlin.

Ziel des von 2010 bis 2012 laufenden Twinning-Projekts war die Stärkung des georgischen Nationalmuseums insbesondere bei der nachhaltigen Vermittlung und Bewahrung des kulturellen Erbes Georgiens. Die stellvertretende Leiterin des Instituts für Museumsforschung koordinierte die Komponente 4 "Einführung von Museumsstandards".