Das Institute für Museumsforschung | © Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker

Museumsstatistik

Ein umfassendes und unverändert wichtiges Aufgabengebiet des Instituts für Museumsforschung sind statistische Erhebungen und Auswertungen.

Jährliche statistische Erhebung an allen deutschen Museen und daran anlehnende Projekte. Einen Schwerpunkt in diesem Referat bilden seit 1981 die jährlich durchgeführten statistischen Erhebungen an allen Museen in der Bundesrepublik Deutschland. Nach Gründung des Instituts für Museumsforschung wurde ihm diese Aufgabe vom Deutschen Museumsbund übertragen. Im Rahmen der statistischen Erhebungen werden neben Besuchsdaten der Museen kontinuierlich Angaben zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Sonderausstellungen erbeten. Dagegen werden in der Regel keine Verwaltungs- und Personaldaten abgefragt.

Fragenkomplexe
Während 1981 die Erhebung zunächst Fragen zum Museumsbesuch (Besuchszahlen) umfasste, wurden aufgrund von Anfragen und Forderungen der Fachöffentlichkeit die Fragenkomplexe zunehmend ausgeweitet. Die Befragungen enthalten nun neben den Standardfragen einen jährlich wechselnden, ergänzenden Fragenkomplex, mit dem weitere museumsrelevante Daten erfragt werden, zum Beispiel zur Veränderung der Dauerausstellung, zu Museumspädagogik, zur Öffentlichkeitsarbeit und so weiter. Die ergänzenden Fragen zu der zurzeit laufenden Erhebung der Daten von 2012 behandeln Angaben zur Provenienzforschung. Viele der Fragenkomplexe werden in mehrjährigem Abstand wiederholt, sodass für eine ganze Reihe dieser Fragen Vergleichsdaten vorliegen.

Die Ergebnisse der jährlichen Befragungen des Instituts für Museumsforschung werden jeweils in einem Heft der "Materialien aus dem Institut für Museumsforschung" veröffentlicht und an alle Museen versandt. Mit dieser Publikation werden auch den Museumsträgern, den Museumsverbänden und den Kulturbehörden statistisch zuverlässige museumsrelevante Daten zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse werden jährlich in die amtliche Statistik des Statistischen Bundesamtes übernommen und im Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht, ebenso fordern manche statistische Landesämter Daten für ihr Bundesland an, um diese in ihre Landesstatistiken zu übernehmen.

Um die statistische Erhebung durchführen zu können, musste eine Datenbank mit Adressen, Angaben zu Sammlungsschwerpunkten und Trägern von Museen aufgebaut werden. Im Jahr 1981 umfasste diese Datenbank Angaben zu 2.247 Museen, 1998 lagen Angaben zu 5.576 Museen und im Jahr 2012 Angaben zu 6.304 Museen vor. Durch die regelmäßige Befragung aller Museen ist es möglich, die "Institutionen-Dokumentation" ständig zu aktualisieren und zu erweitern.

Da zunehmend museale Ausstellungen auch von speziell dafür gegründeten Veranstaltern in dafür bereitgestellten Häusern durchgeführt werden, hat es sich bewährt, Ausstellungshäuser gesondert zu erfassen und zu befragen. Das Institut für Museumsforschung bezieht seit 1988 mit einer ergänzenden Erhebung große und auch kleinere Ausstellungshäuser in die statistische Erhebung ein und veröffentlicht die Ergebnisse zusammen mit den Museumsangaben in den entsprechenden Materialien-Heften.

Sekundär-Analysen
Seitdem für eine lange Reihe von aufeinanderfolgenden Jahren statistische Angaben zu Museen vorliegen, werden die jährlichen Ergebnisse durch interpretative Begleitforschung ergänzt. Betrachtet man ausschließlich die Ergebnisse der jährlichen Erhebungen, so zeigt sich eine fast ausnahmslose stetige Zunahme an Besuchen von Jahr zu Jahr und eine stetige Zunahme von Museumsstandorten. Ende der 1980er-Jahre wurden erstmals mit der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Treinen/Prof. Kromrey) weitergehende Untersuchungen und Trendanalysen durchgeführt, die unterschiedliche Entwicklungen für verschiedene Gruppen von Museen aufzeigen. So verzeichnen beispielsweise Museen nach einer Schließung wegen Umzug, Neukonzeption oder größerem Umbau nach ihrer Wiedereröffnung zunächst eine deutliche Zunahme an Besuchen. In den folgenden Jahren sinkt die Besucherzahl etwas, stabilisiert sich jedoch auf höherem Niveau als vor der Schließung.

Weitergehende statistische Analysen umfassen zum Beispiel Museumspädagogik, Computereinsatz, Eintrittspreise, Sicherheit im Museum, Digitalisierung, Öffentlichkeitsarbeit.

Regionale Aufschlüsselungen werden regelmäßig als Dienstleistung für statistische Landesämter und regionale Einrichtungen des Museumswesens erarbeitet.

In Kooperation mit den Kultusministerien Luxemburg, Niederlande und Frankreich wird in dem europäischen Arbeitskreis EGMUS auf eine Harmonisierung der nationalen Statistiken hingearbeitet, um so nach und nach eine bessere Vergleichbarkeit nationaler Museumsstatistiken zu erreichen.