Museum Global

Die Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin unternimmt eine Aufarbeitung ihrer Bestände mit dem Ziel, sie aus einer globalen Perspektive neu zu sehen. Die von historischen und politischen Brüchen geprägte Sammlung ist gegenwärtig betont westlich ausgerichtet – grenzerweiternde Aspekte weisen vor allem der starke Fokus auf Nordamerika und die Zusammenlegung der Ost- und Westsammlung im Bereich der Nachkriegskunst auf. Was könnte die Sammlung heute einschließen, hätte ein global orientiertes Kunstverständnis ihren Aufbau geprägt? Vor welche Herausforderungen stellt ein solcher Perspektivwechsel – begründet in der erhöhten Konnektivität einer sich immer weiter globalisierenden Gegenwart – ein Museum, heute und zukünftig?

Diesen Fragen und weiteren stellt sich das Ausstellungsprojekt, das von März bis August 2018 den Großteil der Ausstellungsfläche des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin bespielt. Werke und Werkgruppen der Sammlung bilden Ausgangspunkte für thematische Erkundungen internationaler und transkultureller Verflechtungen von 1900 bis in die Gegenwart. Ein kuratorisches Team erarbeitet den Entwurf eines Museums, das die historische, kulturelle wie politische Komplexität seiner Bestände anschaulich macht.

Bereits Anfang Dezember 2016 fand die Konferenz „Die Idee des globalen Museums“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin statt. Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt wird im Rahmen der Initiative „Museum Global“ gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

Ausstellung
23. März -19. August 2018
Eröffnung: 22. März 2018

Konferenz
2. – 3. Dezember 2016

Konferenz: Die Idee des globalen Museums

Angesichts eines eingeschränkten, noch immer vorherrschenden Kanons von Kunst gehört die Entwicklung alternativer Erzählungen zu den Hauptaufgaben des Museums. Die Konferenz nimmt diesen status quo als Ausgangspunkt einer Diskussion von Museumsprogrammen – besonders von Museen moderner und zeitgenössischer Kunst –, die Sammlung, Forschung, Ausstellung und Publikum aus einer globalen Perspektive neu denken. Solche Unterfangen sind im aktuellen Diskurs mit Schlagwörtern wie Inklusion und Diversität, aber auch Universalismus und Imperialismus verbunden. Diese unterschiedlichen Wertungen fließen in „Die Idee des globalen Museums“ ein: Ein Titel, der als Kürzel steht für die Diskussion verschiedener Ansätze, die Museen heute verfolgen und in Zukunft verfolgen könnten.

The Idea of the Global Museum

Konferenz im Hamburger Bahnhof | Tag eins | Keynote von Luis Camnitzer.

Die Videodokumentation der weiteren Vorträge finden Sie in der YouTube-Playlist "The Idea of the Global Museum".

Konferenzprogramm (PDF, 285 KB)

Die Konferenz ist Teil des Projekts, das die Sammlung der Nationalgalerie auf ihre internationalen und transregionalen Verflechtungen hin untersucht. Über zwei Tage hinweg brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz ihr spezifisches Wissen und ihre Standpunkte ein: Welche Auswirkungen hat eine „globale“ Herangehensweise auf vergangene, aktuelle und zukünftige Museumsarbeit? Was sind ihre Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Herausforderungen? Gibt es einen gemeinsamen Nenner für „globale“ Museumspraxis?