Museum Global

Die Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin unternimmt eine Aufarbeitung ihrer Bestände mit dem Ziel, sie aus einer globalen Perspektive neu zu sehen. Die von historischen und politischen Brüchen geprägte Sammlung ist gegenwärtig betont westlich ausgerichtet – grenzerweiternde Aspekte weisen vor allem der starke Fokus auf Nordamerika und die Zusammenlegung der Ost- und Westsammlung im Bereich der Nachkriegskunst auf. Was könnte die Sammlung heute einschließen, hätte ein global orientiertes Kunstverständnis ihren Aufbau geprägt? Vor welche Herausforderungen stellt ein solcher Perspektivwechsel – begründet in der erhöhten Konnektivität einer sich immer weiter globalisierenden Gegenwart – ein Museum, heute und zukünftig?

Diesen Fragen und weiteren stellt sich das Ausstellungsprojekt, das vom 23. März bis 19. August 2018 den Großteil der Ausstellungsfläche des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin bespielt. Werke und Werkgruppen der Sammlung bilden Ausgangspunkte für thematische Erkundungen internationaler und transkultureller Verflechtungen von 1900 bis in die Gegenwart. Ein kuratorisches Team erarbeitet den Entwurf eines Museums, das die historische, kulturelle wie politische Komplexität seiner Bestände anschaulich macht.

Fishing for Islands vom 27. bis 29. Oktober 2017

Das Wochenende ozeanischer Performances, Installationen und Panels der TBA21–Academy in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin ist Teil des Forschungs- und Ausstellungsprojekts der Nationalgalerie, das im Rahmen der Initiative „Museum Global“ von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. 

Der Titel basiert auf einem polynesischen Schöpfungsmythos, demzufolge die Inseln der Archipele aus dem Meer gefischt wurden. Das Projekt umfasst innerhalb von 36 Stunden, also in drei Gezeitenzyklen, ein vielfältiges Programm ozeanischer Aktivitäten in der historischen Halle des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin.

Konferenz: Die Idee des globalen Museums am 2. und 3. Dezember 2016

Am 2. und 3. Dezember 2016 fand die Konferenz „Die Idee des globalen Museums“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin statt. Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt wird im Rahmen der Initiative „Museum Global“ gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Über zwei Tage hinweg brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz ihr spezifisches Wissen und ihre Standpunkte ein: Welche Auswirkungen hat eine „globale“ Herangehensweise auf vergangene, aktuelle und zukünftige Museumsarbeit? Was sind ihre Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Herausforderungen? Gibt es einen gemeinsamen Nenner für „globale“ Museumspraxis?

Angesichts eines eingeschränkten, noch immer vorherrschenden Kanons von Kunst gehört die Entwicklung alternativer Erzählungen zu den Hauptaufgaben des Museums. Die Konferenz nimmt diesen status quo als Ausgangspunkt einer Diskussion von Museumsprogrammen – besonders von Museen moderner und zeitgenössischer Kunst –, die Sammlung, Forschung, Ausstellung und Publikum aus einer globalen Perspektive neu denken. Solche Unterfangen sind im aktuellen Diskurs mit Schlagwörtern wie Inklusion und Diversität, aber auch Universalismus und Imperialismus verbunden. Diese unterschiedlichen Wertungen fließen in „Die Idee des globalen Museums“ ein: Ein Titel, der als Kürzel steht für die Diskussion verschiedener Ansätze, die Museen heute verfolgen und in Zukunft verfolgen könnten.

The Idea of the Global Museum

Konferenz im Hamburger Bahnhof | Tag eins | Keynote von Luis Camnitzer.

Die Videodokumentation der weiteren Vorträge finden Sie in der YouTube-Playlist "The Idea of the Global Museum".

Konferenzprogramm (PDF, 285 KB)