Über die Sammlung

In der Friedrichswerderschen Kirche sind Skulpturen des frühen 19. Jahrhunderts aus dem Bestand der Alten Nationalgalerie sowie einige Leihgaben ausgestellt. Seit der Eröffnung des Stammhauses gehörten Skulpturen zum Sammlungsgebiet der Nationalgalerie. Im Haupthaus auf der Museumsinsel Berlin finden sich heute in der Querhalle des ersten Ausstellungsgeschosses Werke der Bildhauerkunst. Einzelne weitere Beispiele verteilen sich über die Räume und treten in Wechselbeziehung zu den Gemälden, so beispielsweise die Skulpturen Adolf von Hildebrands im Deutschrömersaal.

1987 wurde die Friedrichswerdersche Kirche anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins der Nationalgalerie zur musealen Nutzung überlassen. Nach der Restaurierung von 1997 bis 2000 wurden die Skulpturen aus der Schinkel-Zeit neu aufgestellt. Ziel der Präsentation ist es, in diesem besonderen Rahmen die dialogische Verbindung zwischen Architektur und Skulptur aufscheinen zu lassen und die Vernetzung zwischen Architekt und Bildhauern, die gegenseitige Einflussnahme und den künstlerischen Austausch zu verdeutlichen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang beispielsweise Heinrich Kümmels "Fischerknabe", der ursprünglich in dem von Schinkel entworfenen Palais Redern, einst am Pariser Platz in Berlin gelegen, stand. In der Friedrichswerderschen Kirche findet die Skulptur erneut in einem Gebäude des Architekten ihren Aufstellungsort. Die so konzipierte Ausstellung steht damit in der Tradition des geplanten, wenn auch nie realisierten Schinkel-Rauch-Museums, in dem die Nachlässe beider Künstler zu einem Museum des preußischen Klassizismus vereint werden sollten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung im Kirchenschiff steht das Originalmodell von Johann Gottfried Schadows berühmter Prinzessinnengruppe, die die beiden großen Themen der Ausstellung, Ideal und Porträt, in sich vereint. Gleiches gilt für die zweite Fassung des Marmorsarkophags für Königin Luise von Christian Daniel Rauch. Um diese beiden zentralen Werke gruppieren sich mythologische und ideale Werke wie Ridolfo Schadows "Sandalenbinderin" und Emil Wolffs "Nereide und Nymphe". Beide Bildhauer schätzte Schinkel besonders.

Die zudem im Kirchenschiff aufgestellten Bildnisse und Standbilder Johann Wolfgang von Goethes, Alexander von Humboldts, Karl August von Hardenbergs und Immanuel Kants stellen Zeitgenossen Schinkels dar, mit denen er teilweise in persönlichem Kontakt stand und die die Geistesgeschichte der Zeit und darüber hinaus mit ihren Ideen und Schriften maßgeblich prägten. Auf der Orgelempore sind Bozzetti und Kleinplastiken des Klassizismus ausgestellt. Sie verdeutlichen sowohl den künstlerischen Schaffensprozess selbst als auch die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten jener Epoche. Ebenfalls auf der Empore vermittelt eine umfassende Dokumentation in Bild und Text Leben und Werk Karl Friedrich Schinkels.

Die Publikationen der Nationalgalerie finden Sie in der Bibliographie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Besuchereingang

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Die Friedrichswerdersche Kirche ist bis auf Weiteres geschlossen.

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Direktor der Nationalgalerie: Udo Kittelmann