Circus. Freiheit. Gleichschaltung.

04.05.2017 bis 21.05.2017
Museum Europäischer Kulturen

Eine Sonderpräsentation des Kooperationsprojekts „Diverging Fates: Travelling Circus People in Europe under National Socialism“, koordiniert durch das Centre for Nordic Studies der Universität Helsinki/ Finnland, der Projektgruppe „Circus im Nationalsozialismus“ und des Museums Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin

Zirkusse waren stets populäre Formen der Unterhaltung in Europa, multikulturell und integrativ. Diesem weltoffenen Zirkusmilieu stand jedoch der nationalsozialistische Rassenwahn gegenüber, der Menschen unterschiedlicher Herkunft einer hierarchischen Wertung unterzog. Unter den Zirkusdirektoren reichte das Spektrum von Profiteuren bis hin zu Lebensrettern verfolgter Artisten.

Neben weiteren Biografien erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Irene Bento, wie die NS-Kulturpolitik die Zirkuswelt beeinflusste, welche Auswirkungen sie auf Artistinnen und Artisten und Zirkusse hatte. Bento war eine deutsche Zirkusartistin, die 1939 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ein Berufsverbot erteilt bekam. In dem sie und ein Teil ihrer Familie sich in einem Wanderzirkus versteckt hielten, konnten sie sich vor der nationalsozialistischen Vernichtung retten. Durch die Verbindung von allgemeiner mit persönlicher Geschichte wird Geschehenes eindrucksvoll vermittelt.

Gerade weil das Thema Zirkus im Nationalsozialismus wenig aufgearbeitet ist, will die Ausstellung der Projektgruppe „Circus im Nationalsozialismus“ informieren und berühren. Sie leistet einen Beitrag zu gegenwartsbezogener Erinnerungspolitik, die in Zukunft auch ohne Zeitzeuginnen und Zeitzeugen lebendig gestaltet werden muss.

Das zweijährige Pilotprojekt „Diverging Fates: Travelling Circus People in Europe under National Socialism“ mit Wissenschaftlern aus fünf verschiedenen Ländern will nicht nur die universitäre Forschung, sondern auch die breite Öffentlichkeit für das Schicksal reisender Zirkusleute in Europa während des Nationalsozialismus sensibilisieren. Auf der Website des Projektes werden ausgewählte Lebensgeschichten sukzessive vorgestellt.

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So 11:00 - 18:00
Mo geschlossen
Di 10:00 - 17:00
Mi 10:00 - 17:00
Do 10:00 - 17:00
Fr 10:00 - 17:00
Sa 11:00 - 18:00

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Tel 030 - 266 42 42 42 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)
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