Eva-Maria: Fülle der Sünde - Fülle der Gnade

Führung

Erwachsene

Termin: So 02.03.2014 14:00 Uhr
Ort: Gemäldegalerie
Treffpunkt: Information
Kosten: 4 EUR
Anmeldung:

GemäldegalerieAve Eva. Ein wiederentdecktes Hauptwerk des Renaissancemeisters Guillaume de Marcillat
Gemäldegalerie

Guillaume de Marcillats "Disput von Kirchenlehrern über die Unbefleckte Empfängnis"

Der gebürtige Franzose, Guillaume de Marcillat, ist heute vor allem für seine Glasfenster berühmt, die er in Arezzo, der italienischen Heimatstadt Giorgio Vasaris, schuf. Doch sind seine überlieferten Gemälde nicht weniger qualitätsvoll.

Ein seit langem im Berliner Depot befindliches Werk von ihm wird nun, nach gründlicher Reinigung und Restaurierung, in einer Sonderausstellung dem Publikum wieder präsentiert. Dabei handelt es sich um kein unbekanntes Bild. Vasari hat es bereits in der Lebensbeschreibung seines Zeichenlehrers Marcillat hoch gelobt: Es sei so unglaublich lebendig und schön, dass es letzterem immer zur Ehre gereichen werde.
So ungewöhnlich wie das Bildsujet ist auch dessen Umsetzung. Es zeigt nicht, wie so häufig um die Wende zum 16. Jahrhundert, die "Unbefleckte Empfängnis Mariens", sondern eine "Diskussion" von acht Kirchenlehrern über diese. Ebenso kann erstaunen, dass im Zentrum der Komposition statt der Gottesgebärerin Maria die Stammesmutter Eva in flagranti posiert. Gerade hat sie den Apfel von der Schlange entgegen genommen, mit anderen Worten die Erbsünde begangen.

Guillaume de Marcillat ist es mit diesem Bild gelungen, einen hoch komplexen theologischen Disput seiner Zeit auf knappe, virtuose Weise darzustellen.