Museumsstatistik Ein umfassendes und unverändert wichtiges Aufgabengebiet des Instituts für Museumsforschung sind statistische Erhebungen und Auswertungen. Jährliche statistische Erhebung an allen deutschen Museen und daran anlehnende Projekte. Einen Schwerpunkt in diesem Referat bilden seit 1981 die jährlich durchgeführten statistischen Erhebungen an allen Museen in der Bundesrepublik Deutschland. Nach Gründung des IfM wurde ihm diese Aufgabe vom Deutschen Museumsbund e.V. übertragen. Im Rahmen dieser statistischen Erhebungen werden in Abstimmung mit dem Deutschen Städtetag neben den Besuchszahlen der Museen kontinuierlich Angaben zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Sonderausstellungen erbeten. Dagegen werden in der Regel keine Verwaltungs- und Personaldaten abgefragt. Dies bleibt Aufgabe der in mehrjährigem Abstand durchgeführten Erhebung des Deutschen Städtetags an allen Museen in Städten und Gemeinden mit mindestens 20 000 Einwohnern, der auf dem Amtswege die jeweiligen statistischen Ämter befragt. Fragenkomplexe Während 1981 die Erhebung lediglich Fragen zu den Besuchszahlen umfaßte, wurden aufgrund der Anfragen und Forderungen der Nutzer die Fragenkomplexe zunehmend ausgeweitet. Die Befragungen enthalten nun neben den Standard-Fragen einen jährlich wechselnden ergänzenden Fragenkomplex, mit dem weitere museumsrelevante Daten erfragt werden, z.B. zur Veränderung der Dauerausstellung, zu Museumspädagogik, zur Öffentlichkeitsarbeit usw. Die ergänzenden Fragen zu der zur Zeit laufenden Erhebung der Daten von 1998 behandeln Fragen zum Computereinsatz und der Inventarisierung im Museum. Viele der Fragenkomplexe werden in mehrjährigem Abstand wiederholt, so daß für eine ganze Reihe dieser Fragen Vergleichsdaten vorliegen. Die Ergebnisse der Befragungen des IfM werden in einem Heft der "Materialien aus dem Institut für Museumsforschung" veröffentlicht und an alle Museen versandt. Mit dieser Publikation werden auch den Museumsträgern, den Museumsverbänden und den Kulturbehörden statistisch zuverlässige museumsrelevante Daten zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse werden jährlich in die amtliche Statistik des Statistischen Bundesamtes übernommen und im Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht, ebenso fordern eine Reihe statistischer Landesämter Daten für ihr Bundesland an, um diese in ihre Landesstatistiken zu übernehmen. Um die statistische Erhebung durchführen zu können, mußte eine Datenbank mit Adressen, Angaben zu Sammlungsschwerpunkten und Träger von Museen aufgebaut werden. Im Jahr 1981 umfaßte diese Datenbank Angaben zu 2.247 Museen, 1998 liegen Angaben zu 5.576 Museen vor. Durch die regelmäßige Befragung aller Museen ist es möglich, die "Institutionen-Dokumentation" ständig zu aktualisieren und zu erweitern. Da zunehmend museale Ausstellungen auch von speziell dafür gegründeten Veranstaltern in dafür bereitgestellten Häusern durchgeführt werden, hat es sich bewährt Ausstellungshäuser gesondert zu erfassen und zu befragen. Das IfM bezieht seit 1988 mit einer ergänzenden Erhebung große und auch kleinere Ausstellungshäuser in die statistische Erhebung ein und veröffentlicht die Ergebnisse zusammen mit den Museumsangaben in den entsprechenden Materialien-Heften. Sekundär-Analysen Nachdem für eine Reihe von aufeinanderfolgenden Jahren eine lückenlose Museumsstatistik vorliegt, müssen die jährlichen Ergebnisse durch interpretative Begleitforschung ergänzt werden. Betrachtet man ausschließlich die Ergebnisse der jährlichen Besuchszahlen-Erhebungen, so zeigt sich eine fast ausnahmslose stetige Zunahme an Besuchen von Jahr zu Jahr. Die seit Ende der achtziger Jahre mit der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Treinen/Prof. Kromrey) durchgeführten weitergehenden Untersuchungen und Trendanalysen zeigen jedoch unterschiedliche Entwicklungen für verschiedene Gruppen von Museen. So zeigt sich für Museen, die nach einer Schließung wegen Umzug, Neukonzeption oder größerem Umbau wiedereröffnen, zunächst eine deutliche Zunahme an Besuchen. In den folgenden Jahren sinkt die Besuchszahl etwas, stabilisiert sich jedoch auf höherem Niveau als vor der Schließung. Weitergehende statistische Analysen umfassen z.B. Museumspädagogik, Computereinsatz, Eintrittspreise, Sicherheit im Museum. Regionale Aufschlüsselungen werden regelmäßig als Dienstleistung für statistische Landesämter und regionale Einrichtungen des Museumswesens erarbeitet. Europäischer Arbeitskreis: Ziel ist u.a. Grundlagen zu einer besseren Vergleichbarkeit nationaler Museumsstatistiken zu erarbeiten (Projekt einer minimalen Standardisierung). |