Zu Gast im Bode-Museum | © Staatliche Museen zu Berlin / Bernd Ebert; CC NC-BY-SA

CAHIM - Stipendienprogramm mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut: Connecting Art Histories in the Museum

"Connecting Art Histories in the Museum: The Mediterranean and Asia 400–1650" verbindet akademische und museale Forschung mit kuratorischer Arbeit. Jeweils vier herausragende internationale Nachwuchswissenschaftler forschen ein bis zwei Jahre lang anhand der Objekte der Staatlichen Museen zu Berlin über künstlerische und kulturelle Interaktionen im Mittelmeerraum und in Asien. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf deren musealer Präsentation.

Exzellente Forschung und kuratorische Arbeit führt das Stipendienprogramm für internationale Nachwuchswissenschaftler in neuartiger Weise zusammen. Im Mittelpunkt des Projekts, in dem die Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz kooperieren, stehen künstlerische und kulturelle Interaktionen im Mittelmeerraum und in Asien von 400 bis 1650.

Im Dialog westlicher, byzantinischer, islamischer und asiatischer Kunstgeschichte erforschen die Wissenschaftler Objekte der Museen, ohne sich allein auf museologische Aspekte oder die Geschichte vormoderner Kunst zu konzentrieren. Zentral hierfür sind folgende Fragestellungen: Wie geht die Forschung zu historischen Räumen mit der Verlagerung und dem Austausch von mobilem oder immobilem Erbe um? Wie artikuliert die alte, wie die im Entstehen begriffene neue Museumslandschaft in Berlin politische und kulturelle Einstellungen in Bezug auf historische Orte der Produktion, Akkumulation und Translation von Artefakten? Wie bewerten und inszenieren Museumsausstellungen rituelle und ästhetische Dimensionen von Objekten? Welche Dynamik entsteht zwischen Objekten in den Museen, die in Bezug auf ihre Provenienzen, ihre historischen Aufbewahrungsorte und -kontexte einander fremd sind?

Museen spielen heute eine wichtige Rolle bei der Neubestimmung von Kunst und Kunstgeschichte zwischen Ästhetik, Anthropologie und Politik in den globalen Perspektiven des 21. Jahrhunderts. Die Staatlichen Museen zu Berlin mit ihren universalen Sammlungen nehmen in besonderer Weise an diesem Prozess teil. Sie bieten eine einzigartige Möglichkeit zur Erforschung von Artefakten unterschiedlichster Kulturen und Zivilisationen in kunst- und wissenshistorischer Perspektive.

Internationale Doktoranden und Postdocs der Kunstgeschichte sowie benachbarter Disziplinen sind berechtigt, sich für das Stipendienprogramm zu bewerben. Die zunächst auf ein Jahr angelegten Stipendien, die um ein weiteres Jahr verlängert werden können, umfassen eigenständige und qualifizierende wissenschaftliche Forschungen in den Archiven und Sammlungen der Museen. Die Stipendiaten können darüber hinaus einzelne Ausstellungen kuratorisch begleiten sowie bei der Entwicklung neuer Konzepte für die Ausstellungspraxis mitarbeiten. Durch gemeinsame Seminare, Workshops, Exkursionen und Tagungen werden der wissenschaftliche Austausch und die Forschung auf musealer wie auch außermusealer Ebene optimal gefördert.

Seit 2010 sind an dem Projekt die Kunstbibliothek, das Museum für Islamische Kunst und das Museum für Asiatische Kunst beteiligt. Erste Publikationen zur Veröffentlichung der Forschungsergebnisse sind in Planung.

Projektleitung:
Prof. Dr. Michael Eissenhauer, Generaldirektor, Staatliche Museen zu Berlin
Prof. Dr. Gerhard Wolf, Direktor des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut
Dr. Jörg Völlnagel, Referatsleiter Ausstellungen, Forschung, Projekte, Staatliche Museen zu Berlin
Dr. Hannah Baader, Projektleiterin Minervaprogramm, Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut

Aktuelle Stipendiaten:
Priyani Roy Choudhury, Museum für Asiatische Kunst: The Fashioning of a Mughal City: Fatehpur Sikri

Ching-Ling Wang
, Museum für Asiatische Kunst: Praying for Ten-thousand Goodness: Research on "Buddha’s Preaching" by Ding Guanpeng (Museum füe Asiatische Kunst)

Magdalena Wróblewska, Kunstbibliothek: Between artifacts and their representations. The Rhetorics of Artworks’ Reproductions from the Photographic Collection of Art Library in Berlin

Satomi Hiyama, Museum für Asiatische Kunst: The Transmission of the Ornamental Motives in the Wall Painting of Central Asia

Dr. Nadia Ali
, Museum für Islamische Kunst: Deconstructing the Muslim Self and its Relevance to the Study of Early Islamic Art

Dr. des. Ines Konczak, Museum für Asiatische Kunst: Analyse der indischen Bildmotive und -komponenten in den buddhistischen Wandmalereien Kučas (Xinjiang, VR China) hinsichtlich ihrer Herkunft

Amanda Phillips, Museum für Islamische Kunst: Actively Seeking Consumers: Everyday Objects of Islamic Art in their Social-Historical Context

Dr. Eva-Maria Troelenberg, Museum für Islamische Kunst: Grundsteine islamischer Kunst: Mschatta in Berlin

Dr. Friederike Weis, Kunstbibliothek: Prozesse der Bildfindung. Rezeption und Interpretation von Geschichten biblischen Ursprungs in der islamischen Buchmalerei

Mit dem Projekt assoziierte Wissenschaftler anderer Einrichtungen:
Dr. Mirjam Brusius, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin: Objekte ohne Status: (De)kanonisierungsprozesse vorderasiatischer Museumsobjekte in europäischen Sammlungen des 19. Jahrhunderts