CAHIM - Stipendienprogramm mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut: Connecting Art Histories in the Museum: Africa, Asia, the Mediterranean and Europe, 400-1900

Museen spielen heute eine Schlüsselrolle bei der Neubestimmung von Kunst und Kunstgeschichte zwischen Ästhetik, Anthropologie und Politik in den globalen Perspektiven des 21. Jahrhunderts. Die Staatlichen Museen zu Berlin mit ihren universalen Sammlungen nehmen in besonderer Weise an diesem Prozess teil und bieten eine einzigartige Möglichkeit zur Erforschung von Artefakten unterschiedlichster Kulturen und Zivilisationen in kunst- und wissenshistorischer Perspektive.

"Connecting Art Histories in the Museum: Africa, Asia, the Mediterranean and Europe, 400-1900" ist ein gemeinsames Projekt der Staatlichen Museen zu Berlin und des Kunsthistorischen Instituts Florenz (KHI) und verbindet auf neuartige Weise akademische und museale Forschung mit kuratorischer Arbeit. Das Programm bietet jährlich bis zu 6 internationalen Stipendiaten die Möglichkeit, ein bis zwei Jahre lang anhand der Objekte der Staatlichen Museen zu Berlin über künstlerische und kulturelle Interaktionen im Mittelmeerraum und in Asien zu forschen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf deren musealer Präsentation.

Im Dialog westlicher, byzantinischer, islamischer, asiatischer und afrikanischer Kunstgeschichte erforschen die Wissenschaftler Objekte der Museen, ohne sich allein auf museologische Aspekte oder die Geschichte vormoderner Kunst zu konzentrieren. Zentral hierfür sind folgende Fragestellungen: Wie geht die Forschung zu historischen Räumen mit der Verlagerung und dem Austausch von mobilem oder immobilem Erbe um? Wie artikuliert die alte, wie die im Entstehen begriffene neue Museumslandschaft in Berlin politische und kulturelle Einstellungen in Bezug auf historische Orte der Produktion, Akkumulation und Translation von Artefakten? Wie bewerten und inszenieren Museumsausstellungen rituelle und ästhetische Dimensionen von Objekten? Welche Dynamik entsteht zwischen Objekten in den Museen, die in Bezug auf ihre Provenienzen, ihre historischen Aufbewahrungsorte und -kontexte einander fremd sind?

Internationale Doktoranden und Postdocs der Kunstgeschichte sowie benachbarter Disziplinen sind berechtigt, sich für das Stipendienprogramm zu bewerben. Die zunächst auf ein Jahr angelegten Stipendien, die um ein weiteres Jahr verlängert werden können, umfassen eigenständige und qualifizierende wissenschaftliche Forschungen in den Archiven und Sammlungen der Museen. Die Stipendiaten können darüber hinaus einzelne Ausstellungen kuratorisch begleiten sowie bei der Entwicklung neuer Konzepte für die Ausstellungspraxis mitarbeiten. Durch gemeinsame Seminare, Workshops, Exkursionen und Tagungen werden der wissenschaftliche Austausch und die Forschung auf musealer wie auch außermusealer Ebene optimal gefördert.
Seit 2010 sind an dem Projekt die Kunstbibliothek, das Museum für Islamische Kunst und das Museum für Asiatische Kunst beteiligt, seit 2014 auch das Ethnologische Museum.
Eine erste Publikationen zur Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ist 2014 erschienen. Ein zweiter und dritter Band dieser Reihe sind für 2015 geplant.

Projektleitung:

Prof. Dr. Gerhard Wolf, Direktor des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut
Dr. Hannah Baader, Projektleiterin Minervaprogramm, Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut
Prof. Dr. Michael Eissenhauer, Generaldirektor, Staatliche Museen zu Berlin
Dr. Jörg Völlnagel, Referatsleiter Forschung, Ausstellungen, Projekte, Staatliche Museen zu Berlin

Das Stipendienprogramm wird unterstützt durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

Weitere Informationen zum Stipendienprogramm sowie zu den Bewerbungsmodalitäten finden Sie hier.

Aktuelle Stipendiaten:

Dr. Subhashini Kaligotla, Museum für Asiatische Kunst
Argument and Ornament in the Architecture of Deccan India
1.08.2016‒31.07.2018

Dr. Alya Karame, Museum für Islamische Kunst
The lives of Qur’anic manuscripts from 11th century CE Khurasan: Palimpsests of Religious and Political Meanings
19.09.2016‒18.09.2018

Max Koss, M.A., Kunstbibliothek
Printing Objects: Art, Circulation and Reproduction, ca. 1900
12.09.2016‒11.09.2018

Bruno Sotto Mayor, M.A., Ethnologisches Museum
Rethinking /nkishi/ Art History in Central Africa
1.07.2016‒30.06.2018

Dr. Ning Yao, Museum für Asiatische Kunst
Reframing Portrait Paintings in Late Imperial China
15.08.2016‒14.08.2017

Regina Höfer, M.A., Museum für Asiatische Kunst
Waddells koloniale Tibet- und Indien Sammlung im Museum für Asiatische Kunst und dem Ethnologischen Museum, Berlin 

David Horacio Colmenares, M.A., Kunstbibliothek
The Egyptian Conjecture: Material Crossovers in Early Modern Antiquarianism

Aifeng Chen, M.A.,  Museum für Asiatische Kunst
Study on the Avalokiteśvara imagery of Turfan in the Qočo Uighur period

Prof. Dr. Giuseppe Vignato, Museum für Asiatische Kunst
Survey and Study of the Rock Monasteries of Kucha

Priyani Roy Choudhury, M.A., Museum für Islamische Kunst
The Fashioning of a Mughal City: Fatehpur Sikri

Dr. Ines Konczak, Museum für Asiatische Kunst
Kulturaustausch an der nördlichen Seidenstraße im Spiegel der Wandmalereien Kučas (Xinjiang, VR China). Überlieferung und Wandlung der Darstellung materieller Kultur

Dr. Zhihua Liu, Museum für Asiatische Kunst
Object, collection and identity: A case study of the decorative object in the studio in Ming dynasty

Dr. Mathias Fubah Alubafi, Ethnologisches Museum
Beyond the Bamum Throne at the Berlin Ethnological Museum 

Dr. Ching-Ling Wang, Museum für Asiatische Kunst
Praying for Ten Thousand Goodness: On Ding Guanpeng’s “The Buddha Preaching” in the Berlin Collection 

Dr. Magdalena Wróblewska, Kunstbibliothek
Between artifacts and their representations. The Rhetorics of Artworks’ Reproductions from the Photographic Collection of Art Library in Berlin

Dr. Satomi Hiyama, Museum für Asiatische Kunst
The Transmission of the Ornamental Motives in the Wall Painting of Central Asia

Dr. Nadia Ali, Museum für Islamische Kunst
Deconstructing the Muslim Self and its Relevance to the Study of Early Islamic Art 

Dr. Amanda Phillips, Museum für Islamische Kunst
Actively Seeking Consumers: Everyday Objects of Islamic Art in their Social-Historical Context

Dr. Eva-Maria Troelenberg, Museum für Islamische Kunst
Mschatta in Berlin. Grundsteine islamischer Kunst

Dr. Friederike Weis, Kunstbibliothek
Prozesse der Bildfindung. Rezeption und Interpretation von Geschichten biblischen Ursprungs in der islamischen Buchmalerei