Zu Gast im Bode-Museum | © Staatliche Museen zu Berlin / Bernd Ebert; CC NC-BY-SA

CAHIM - Stipendienprogramm mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut: Connecting Art Histories in the Museum

Museen spielen heute eine Schlüsselrolle bei der Neubestimmung von Kunst und Kunstgeschichte zwischen Ästhetik, Anthropologie und Politik in den globalen Perspektiven des 21. Jahrhunderts. Die Staatlichen Museen zu Berlin mit ihren universalen Sammlungen nehmen in besonderer Weise an diesem Prozess teil und bieten eine einzigartige Möglichkeit zur Erforschung von Artefakten unterschiedlichster Kulturen und Zivilisationen in kunst- und wissenshistorischer Perspektive.

"Connecting Art Histories in the Museum" ist ein gemeinsames Projekt der Staatlichen Museen zu Berlin und des Kunsthistorischen Instituts Florenz (KHI) und verbindet auf neuartige Weise akademische und museale Forschung mit kuratorischer Arbeit. Das Programm bietet jährlich 5 internationalen Stipendiaten die Möglichkeit, ein bis zwei Jahre lang anhand der Objekte der Staatlichen Museen zu Berlin über künstlerische und kulturelle Interaktionen im Mittelmeerraum und in Asien zu forschen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf deren musealer Präsentation.

Im Dialog westlicher, byzantinischer, islamischer und asiatischer Kunstgeschichte erforschen die Wissenschaftler Objekte der Museen, ohne sich allein auf museologische Aspekte oder die Geschichte vormoderner Kunst zu konzentrieren. Zentral hierfür sind folgende Fragestellungen: Wie geht die Forschung zu historischen Räumen mit der Verlagerung und dem Austausch von mobilem oder immobilem Erbe um? Wie artikuliert die alte, wie die im Entstehen begriffene neue Museumslandschaft in Berlin politische und kulturelle Einstellungen in Bezug auf historische Orte der Produktion, Akkumulation und Translation von Artefakten? Wie bewerten und inszenieren Museumsausstellungen rituelle und ästhetische Dimensionen von Objekten? Welche Dynamik entsteht zwischen Objekten in den Museen, die in Bezug auf ihre Provenienzen, ihre historischen Aufbewahrungsorte und -kontexte einander fremd sind?

Internationale Doktoranden und Postdocs der Kunstgeschichte sowie benachbarter Disziplinen sind berechtigt, sich für das Stipendienprogramm zu bewerben. Die zunächst auf ein Jahr angelegten Stipendien, die um ein weiteres Jahr verlängert werden können, umfassen eigenständige und qualifizierende wissenschaftliche Forschungen in den Archiven und Sammlungen der Museen. Die Stipendiaten können darüber hinaus einzelne Ausstellungen kuratorisch begleiten sowie bei der Entwicklung neuer Konzepte für die Ausstellungspraxis mitarbeiten. Durch gemeinsame Seminare, Workshops, Exkursionen und Tagungen werden der wissenschaftliche Austausch und die Forschung auf musealer wie auch außermusealer Ebene optimal gefördert.

Seit 2010 sind an dem Projekt die Kunstbibliothek, das Museum für Islamische Kunst und das Museum für Asiatische Kunst beteiligt, seit 2014 auch das Ethnologische Museum.
Eine erste Publikationen zur Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ist 2014 erschienen. Ein zweiter und dritter Band dieser Reihe sind für 2015 geplant.

Projektleitung:
Prof. Dr. Gerhard Wolf, Direktor des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut
Dr. Hannah Baader, Projektleiterin Minervaprogramm, Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut
Prof. Dr. Michael Eissenhauer, Generaldirektor, Staatliche Museen zu Berlin
Dr. Jörg Völlnagel, Referatsleiter Forschung, Ausstellungen, Projekte, Staatliche Museen zu Berlin

Weitere Informationen zum Stipendienprogramm sowie zu den Bewerbungsmodalitäten finden Sie hier.

Aktuelle Stipendiaten:
David Horacio Colmenares, Kunstbibliothek: The Egyptian Conjecture: Material Crossovers in Early Modern Antiquarianism

Priyani Roy Choudhury, Museum für Islamische Kunst: The Fashioning of a Mughal City: Fatehpur Sikri

Dr. des. Ines Konczak, Museum für Asiatische Kunst: Kulturaustausch an der nördlichen Seidenstraße im Spiegel der Wandmalereien Kučas (Xinjiang, VR China) Überlieferung und Wandlung der Darstellung materieller Kultur

Dr. Zhihua Liu, Museum für Asiatische Kunst: Object, collection and identity: A case study of the decorative object in the studio in Ming dynasty

Dr. Mathias Fubah Alubafi, Ethnologisches Museum: Beyond the Bamum Throne at the Berlin Ethnological Museum

Dr. Ching-Ling Wang, Museum für Asiatische Kunst: Praying for Ten Thousand Goodness: On Ding Guanpeng`s The Buddha Preaching in the Berlin Collection (Museum füe Asiatische Kunst)

Dr. Magdalena Wróblewska, Kunstbibliothek: Between artifacts and their representations. The Rhetorics of Artworks’ Reproductions from the Photographic Collection of Art Library in Berlin

Dr. des. Satomi Hiyama, Museum für Asiatische Kunst: The Transmission of the Ornamental Motives in the Wall Painting of Central Asia

Dr. Nadia Ali, Museum für Islamische Kunst: Deconstructing the Muslim Self and its Relevance to the Study of Early Islamic Art

Dr. Amanda Phillips, Museum für Islamische Kunst: Actively Seeking Consumers: Everyday Objects of Islamic Art in their Social-Historical Context

Dr. Eva-Maria Troelenberg, Museum für Islamische Kunst: Grundsteine islamischer Kunst: Mschatta in Berlin

Dr. Friederike Weis, Kunstbibliothek: Prozesse der Bildfindung. Rezeption und Interpretation von Geschichten biblischen Ursprungs in der islamischen Buchmalerei