The Photographer - Mixed Media in drei Teilen (1982)

Musik von Philip Glass
Schauspiel von Rob Malasch
Eine Produktion des Ensembles KNM Berlin
Termine | Do 5.6.2014 Deutsche Erstaufführung, Sa 7.6. und So 8.6. | Do 5. und Sa 7.6. bereits AUSVERKAUFT

Beginn  | 20:00 Uhr, Einlass 19:30 Uhr

Im Zentrum dieses Mixed Media Werkes steht der englische Fotograf Eadweard Muybridge (1830-1904).
Dieser verließ sehr jung England in Richtung Amerika, um sich dem neuen Gebiet der Fotografie zu widmen.
Anlässlich einer Wette begann er 1872 seine Bewegungsstudien von Menschen und Tieren, die ihn Zeit seines Lebens beschäftigten. Er wollte optisch beweisen, dass sich bei einem galoppierenden Pferd zeitweise alle vier Beine in der Luft befinden.
Muybridge gilt aufgrund seiner Reihenfotografien und Serienaufnahmen als einer der bedeutendsten frühen Vertreter der Chronofotografie. Er begründete die Serienfotografie mit einem für das ausgehende 19. Jahrhundert komplexen technischen Aufbau und schuf die Voraussetzungen für die Entwicklung des Films.

Fast vergessen jedoch sind die anderen Ereignisse seines Lebens. 1874 ermordete Muybridge den Liebhaber seiner Frau, Colonel Larkyns, nachdem ihm der Briefverkehr beider in die Hände gefallen war. Im darauf folgenden Prozess wurde er jedoch wegen „entschuldbaren Mordes" freigesprochen.

The Photographer entstand 1982 im Auftrag des Holland Festivals und wurde im selben Jahr im Royal Palace Amsterdam uraufgeführt. In Deutschland erlebte es bisher keine Realisierung. Das mag an der einzigartigen Struktur dieses Werkes liegen: Mittel des Theaters, der Visualisierung, des Konzerts und des Tanzes werden nicht simultan, sondern sukzessiv in den 3 Akten eingesetzt.

Akt I erzählt als Schauspiel die Ereignisse rund um das Verbrechen von Muybridge und seinen späteren Freispruch.
Akt II verbindet Bild mit Musik und wird in Form eines Konzerts für Violine und Ensemble präsentiert.
Akt III bringt in einem furiosen Tanzfinale, das zu den besten Arbeiten von Philip Glass gehört, die Charaktere des ersten Akts – diesmal jedoch als Tänzer – zurück ins Geschehen.   

Musikalische Leitung | Manuel Nawri

Nawri arbeitet mit Orchestern wie Deutsches Sinfonie Orchester Berlin, Essener Philharmoniker, Basel Sinfonietta, Bochumer Symphoniker, Brandenburger Sinfoniker und Ensembles wie Ensemble Modern, Ensemble MusikFabrik, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Österreichisches Ensemble für Neue Musik, Elision Ensemble, Hong Kong New Music Ensemble. Er leitete Opernaufführungen in Berlin, Frankfurt, Melbourne, Brisbane, Moskau, Hong Kong und Paris und ist seit 2013 musikalischerLeiter der zweijährigen Neuen Szenen an der Deutschen Oper Berlin. Manuel Nawri war Gast bei Festivals wie Salzburg Bienale, Lucerne Festival, Warschauer Herbst, Festival d´automne Paris, Israel Festival, Melbourne International Festival, Tchechov Festival Moskau, sowie in Bergen, Reykjavik, Shanghai, Hong Kong, Beijing, Seoul, Tallinn und Brisbane.
Seit 2008 ist er Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.

Choreographie und Regie | Shang-Chi Sun

Tanzausbildung in Ballett und Zeitgenössischen Tanz an der National Academy of Arts in Taipei, Absolvent der Ernst Busch Schule (Berlin) mit einem Master of Arts in Choreografie. Seit 2007 entstehen mit seiner Company mehrere Tanzaufführungenwie u.a. „Walk faster“ (2007), „Dialogue II“ (2008), „Nüwa“(2009), „4.48/Ohne Titel“ (2010), “Je.Sans.Paroles” (2011) und “Traverse” (2011), die regelmäßig in Europa und Asien gezeigt werden (Maison de la Danse – Lyon, Festival Tanz im August –Berlin, Festival d’Avignon, International Taipei Arts Festival...).Regelmäßig als Gastchoreograf für andere Companien tätig, u.a.für Sasha Waltz & Guests, Cloud Gate Dance Theatre 2 (Taiwan), Transitions Company London und Tanztheater Osnabrück. In seinen zwei jüngsten Produktionen widmete sich Shang-Chi Sun intensiv der Verbindungzwischen Körper, Geist und der sich verändernden Wirklichkeit. Seine Choreografien werden von hoher Präzision und Physikalität gekennzeichnet und sind geprägt von einer einzigartigen Körpersprache zwischen fernöstlichen und westlichen Bewegungstraditionen. Im August 2012 wurde die Tanz-/Filmproduktion “Breakfast” beimTaipei Arts Festival gefeiert.

Video | Safy Etiel

Safy Etiel ist ein 1960 in Israel geborener Multimedia-Künstler, seit 1986 in Berlin. Von 1991 bis 1994 studierte er an der Gerrit-Rietveld- Akademie in Amsterdam und erhielt seinen Abschluss im Bereich Visual Arts. Nicht nur in der Berliner Club Szene ist er als einer der VJ Pioniere zu sehen, er bespielt auch weltweit Festivals und Clubs. Als VJ Sniper hat er nicht nur für bekannte DJs und Musiker gearbeitet, sondern auch Visualisierungen für klassische Musik in Szene gesetzt, z.B. Steve Reichs „Different Trains", u. a. aufgeführt bei der Biennale für Zeitgenössische Musik, Tel Aviv und der ars electronica, „Restitution", Rom, und „on site" im Hauptbahnhof Leipzig. Safy Etiel schafft visuelle Atmosphären, produziert Video- und Klanginstallationen und liebt es, bei seiner Arbeit klassische Sehgewohnheiten zu brechen und ästhetisch zu provozieren.

Das Ensemble KNM Berlin steht für die lebendige, aktuelle Musikszene der Metropole Berlin.
1988 von Juliane Klein, Thomas Bruns und weiteren Studenten der Hochschule für Musik Hanns Eisler im damaligen Ostteil der Stadt gegründet, wird es heute von elf Musikerpersönlichkeiten aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz geprägt. Weltweit präsentiert das Ensemble Kompositionen, Konzertinstallationen und Konzertprojekte, die in enger Kooperation mit Komponisten, Autoren, Dirigenten, Künstlern und Regisseuren entstehen. Getragen werden die Programme von der Neugier auf das Unbekannte, von der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen unserer Gegenwart.

Seit seiner Gründung hat das Ensemble mehr alseintausend Konzerte realisiert. International bekannt wurde das KNM Berlin nicht nur durch seine Gastspiele auf den wichtigen europäischen Musikfestivals wie ars musica Brüssel, den Donaueschinger Musiktagen, dem Festival d’Automne à Paris, der MaerzMusik, musicaStrasbourg, settembre musica Torino, dem UltraSchall – Festival für neue Musik, den Wiener Festwochen oder Wien Modern, sondern auch durch seine Eigenproduktionen wie „HouseMusik“, „space+place“, "KNM New Music Spa“ oder „ClangCut Book“.

Weitere Informationen: http://www.kammerensemble.de/

Das Museum für Fotografie feiert 2014 sein 10-jähriges Jubiläum. Zwei Institutionen zeigen hier seit 2004 ihre Ausstellungen: die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin mit ihren einzigartigen fotohistorischen Sammlungen und die Helmut Newton Foundation. Mehr als 1,2 Millionen Besucher haben in dieser Zeit das einstige Offizierskasino aus dem Jahr 1909 mit seinen großartigen Ausstellungsräumen besucht.
Grund genug, zum runden Geburtstag die Fotografie auch mit einem Mixed Media Stück zu ehren!

Besuchereingang Museum für Fotografie
Jebensstraße 2
10623 Berlin

vollständig rollstuhlgeeignet

Verkehrsverbindungen
U-Bahn U1 (Kurfürstendamm); U2, U9 (Zoologischer Garten) S-Bahn S3, S5, S7, S75 (Zoologischer Garten) Bus M19, M29 (Kurfürstendamm); M45, M46, M49, X9, X10, X34, 100, 109, 110, 200, 204, 245, 249 (Zoologischer Garten)

17 EUR, ermäßigt* 12 EUR
Erhältlich online im Ticketshop, an den Kassen der Staatlichen Museen zu Berlin, telefonisch unter 030-266 42 42 42

*Ermäßigung für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte und Begleitpersonen von Schwerbehinderten