from: 15.12.2004 to: 06.02.2005

Alte Nationalgalerie

In dieser Kabinettausstellung zeigt die Alte Nationalgalerie die repräsentativen Bildnisse von Berühmtheiten des 19. Jahrhunderts - darunter Theodor Mommsen, Hermann von Helmholtz und Richard Lepsius - die eines miteinander verband: Sie alle waren Ritter des Ordens Pour le Mérite in der Friedensklasse.

Bereits der Orden als solcher hatte einen hohen kulturpolitischen Stellenwert: Ursprünglich 1740 als Auszeichnung für herausragende militärische Verdienste von Friedrich II. gestiftet, war der Orden Pour le mérite 1842 durch Friedrich Wilhelm IV. um jene Friedensklasse erweitert worden. Jeweils dreißig deutsche und ausländische Künstler, Intellektuelle und Wissenschaftler sollten so für ihre besonderen Verdienste geehrt werden.

Die Idee einer Porträtserie von Rittern der Friedensklasse stammt vom Ordensgründer Friedrich Wilhelm IV. selbst. Die ausgestellten Bildnisse wurden nach dessen Tod durch Wilhelm I. eigens für die neu errichtete Nationalgalerie in Auftrag gegeben. Der Wunsch, die vom König ausgezeichneten Persönlichkeiten als solche der Öffentlichkeit zu präsentieren, entfachte einen Streit, der so alt war, wie die Nationalgalerie selbst: Sollte dieser "Kunsttempel der Nation" nun eine Galerie der nationalen Geschichte oder der nationalen Kunst werden?

In dieser Ausstellung sind die Bildnisse, die zum Teil über ein halbes Jahrhundert lang im Depot aufbewahrt worden waren, zum ersten Mal in ihrer Ursprungsidee präsentiert: Als königliches Kabinett der gelehrten Männer. Neben einer Auswahl von großformatigen Bildnissen sind Zeichnungen und Skizzen aus dem Kupferstichkabinett zu sehen. Ergänzt werden die Bilder durch Originaldokumente zum Entstehungsprozess der Bilder und zur Ordensgründung sowie das sehr kostbare Ordenszeichen selbst.

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