Zhao Shao'ang (1905 - 1998)
Lotos, 1965 (Kolophon zum Album);
Blatt 1 aus einem Album, Tusche und Farben auf Papier; 36,8 cm x 29,3 cm

Zhao Shao'ang (1905-1998) zum 100. Geburtstag

von: 06.12.2005 bis: 17.04.2006

Museum für Asiatische Kunst

Wechselausstellung in der Galerie Moderne Chinesische Malerei

Zhao Shao'ang ist der bedeutendste Vertreter der Lingnan-Schule, der sowohl die Ideale als auch typische Stilelemente derselben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts tradierte. Die Ausstellung zeigt elf Werke des Künstlers, vornehmlich mit Motiven aus der Fauna, die durch ein Albumblatt von Ju Lian (1824-1904), einem Vorläufer der Lingnan-Schule, sowie durch drei Bilder der Maler Guan Shanyue (1912-2000) und Wang Xuetao (1903-1982) ergänzt werden.

Der Terminus "Lingnan", "südlich der Bergkette", wird heute meist als andere Bezeichnung für die Provinz Guangdong verwendet. Hier entstand seit dem 19. Jahrhundert eine Bewegung zur Erneuerung der chnesischen Malerei, die eine Vielzahl von Inspirationen aufgriff. Ihre Begründer waren die Brüder Gao Jianfu (1879-1951) und Gao Qifeng (1889-1933) sowie Chen Shuren (1883-1948). Sie beförderten wissenschaftliche Ansätze und das Studium westlicher Methoden in der Kunst. Daneben spielte der Einfluss der "nihonga" (wörtl. japanische Malerei) mit ihrem Streben nach einer Malerei mit nationalen Wurzeln, ihrer technischen Raffinesse sowie ihrem lyrischen Charakter eine bedeutsame Rolle. Zugleich rückten das Studium der Natur und die Besinnung auf den zeitgenössischen Alltag in den Mittelpunkt des Interesses der Vertreter der Lingnan-Schule.

Zhao Shao'ang, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, hatte das Glück, im Alter von 15 Jahren als Student am privaten Kunstinstitut von Gao Qifeng aufgenommen zu werden. Nach einer bewegten Biogaphie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ließ er sich 1948 endgültig in Hongkong nieder, wo er die Kunstschule Lingnan Art Studio eröffnete. Zhao Shao'angs charakteristischer Stil verbindet einen dekorativen Naturalismus mit der Methode des Malens im knochenlosen Stil (mogufa), d.h. ohne Konturlinien. Sein besonderer Strich, die expressive, vibrierende Pinselführung, der gleichzeitig die Wiedergabe feinster Details gelingt, erlaubte ihm die Ausführung minutiöser Einzelheiten ebenso wie reduzierter Kompositionen. Sein malerisches Können spiegelt sich in den feinen Abstufungen der Tuschetöne wie auch in der Verwendung eines breiten Farbspektrums, das in seinen besten Werken dezent bleibt und Bilder von großer atmosphärischer Dichte entstehen ließ.

Veranstalter:

Museum für Asiatische Kunst