Suzuki Harunobu: Kurtisane als erster Patriarch des Zen-Buddismus (Bodhidharma), den Fluss Yangzi auf einem Schilfblatt überquerend. 
Vielfarbendruck, chûban, 28,9x21,4 cm, Sammlersiegel des Hayashi Tadamasa, Japan, Tokugawa-Zeit, ca. 1766-1770

Modische Variationen und ironische Brechung
Parodien im japanischen Holzschnitt

von: 14.12.2004 bis: 03.04.2005

Museum für Asiatische Kunst

Wechselausstellung im Kabinett für Japanische GrafiK

Von chinesischen Kulturheroen, über buddhistische Heilsgestalten bis hin zu den bedeutendsten Dichtern Japans war kaum ein Motiv vor der Parodierung durch den scharfen Pinsel der japanischen Holzschnittmeister des 17. bis 19. Jahrhunderts sicher. Ihr Publikum liebte das Spiel mit dem klassischen Bildungskanon und genoss es, wenn modisch gekleidete Kurtisanen und junge Männer aus der Halbwelt mit den charakteristischen Attributen der Hochkultur posierten. Das Spiel mit solch zeitgenössischen Variationen diente aber nicht allein der Unterhaltung, sondern war bisweilen die einzige Möglichkeit, von der Zensur unbehelligt zu brisanten Themen, wie beispielsweise dem japanischen Invasionsversuch in Korea Ende des 17. Jahrhunderts, in ironischer Brechung Stellung zu beziehen. Die Ausstellung hilft den uns häufig nicht vertrauten Hintergrund solcher Drucke zu entschlüsseln. So mutiert die klassische Gelehrtenclique der Sieben Weisen vom Bambushain zu einer Schar von Trunkenbolden und Kurtisanen treten als Heilige oder große Dichterinnen auf.

Veranstalter:

Museum für Asiatische Kunst