Lothar Wolleh
Joseph Beuys im Moderna Museet, Stockholm, Januar 1971

von: 04.09.2012 bis: 25.11.2012
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Im Januar 1971 begleitete der Fotograf Lothar Wolleh Joseph Beuys zum Aufbau seiner ersten Auslandsausstellung im Moderna Museet in Stockholm. Er reiste ohne Auftrag nach Schweden, auf eigene Kosten. 51 der dort entstandenen Bilder wurden von Beuys und Wolleh ein Jahr später zum "Unterwasserbuch" gebunden und in ein Wasserbassin gelegt. Sie zeigen Beuys beim Aufbau seiner Arbeiten, beim Nachdenken oder im Gespräch. Neuabzüge der Originalnegative werden im Hamburger Bahnhof nun erstmals zusammen mit dem Buch präsentiert.

Eine Hasselblad-Kamera mit automatischem Selbstauslöser nahm vor Ort in regelmäßigem Takt die Bilder auf. Da er auf zusätzliche Beleuchtung verzichtete und die Kamera in einigen Metern Abstand zu Beuys aufstellte, sind diese Bilder stille Zeugen des Aufbaus. Von einer Dokumentation im engeren Sinne sind sie dennoch weit entfernt: Wolleh nutzt die Möglichkeiten der Fotografie, um Situationen zu schaffen, die sich Beuys und seinem Verständnis des "Magischen" annähern. Spiegelungen, Unschärfen, Freistellungen sind nur einige der Effekte, die diesen Bildern ihren fast irrealen Charakter verleihen. "Wolleh besaß die unheimliche Fähigkeit, Dingzusammenhänge wahrzunehmen. Er war, mit großer Intuition ausgestattet, eine Art Schatzsucher", urteilte Beuys später. In diesen Bildern zeigt sich ein Fotograf, der sich mit dem Werk von Beuys intensiv auseinandersetzte und dessen Werkverständnis durchdacht entsprechend ins Bild übersetzte. Dass Beuys sich verstanden fühlte, beweist die Zusammenarbeit im Unterwasserbuch. Die geplante Auflage von zweihundert scheiterte letztlich daran, dass Lothar Wolleh in der Ausführung seinen typischen schwarzen Negativrand beschnitten sah und die weitere Produktion stoppte. Es ist diese Präzision in der Umsetzung seiner Bildideen verbunden mit seiner Einfühlung in das Werk von Joseph Beuys, die Lothar Wolleh auszeichnet.

Kuratiert von Eugen Blume, kuratorische Assistenz Miriam Halwani

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