Humboldt Lab Dahlem: Probebühne 4

23.09.2014 bis 08.02.2015
Museen Dahlem

Mit der Probebühne 4 stellt das Humboldt Lab Dahlem einmal mehr seinen Arbeitsprozess und die daraus entstandenen Ergebnisse auf dem Weg zum Humboldt-Forum zur öffentlichen Diskussion. Fragen der Präsentation und Repräsentation, der Sammlungsgeschichte und Selbstreflexion spielen in diesen neuen Ausstellungen eine wichtige Rolle. Unter anderem mit Beteiligung von den Künstlern Yuken Teruya, Waseem Ahmed, Beiträgen von Das Helmi Puppentheater und gold extra sowie einer von Florian Malzacher kuratierten Performativen Konferenz am 16. November.

Das Humboldt Lab Dahlem bleibt dabei seinem experimentellen Charakter treu. Es nimmt Anliegen und Themen auf, die weltweit an Museen mit nichteuropäischen Sammlungen verhandelt werden, und positioniert sich mit Lösungsvorschlägen. Konkret geht es diesmal um Fragen der Präsentation und Repräsentation, der Sammlungsgeschichte sowie dem Einbeziehen verschiedener Öffentlichkeiten. Und mehr als je zuvor widmen sich die aktuellen Lab-Projekte Problemstellungen, die sich unmittelbar aus der Ausstellungsplanung für das Humboldt-Forum ergeben.

Überraschende Objektkombinationen führen bei dem von Kurator Helmut Groschwitz mit dem Museum Europäischer Kulturen entwickelten Projekt "EuropaTest" vor Augen, dass unsere globalisierte Welt seit jeher eine verflochtene ist. Der pakistanische Künstler Waseem Ahmed, der in seinen Arbeiten alte Techniken der Miniaturmalerei zu gegenwärtigem Leben erweckt, startet sein Berliner Artist in Residence-Programm mit einer Ausstellung und einem Workshop. Der New Yorker Künstler Yuken Teruya setzt sich anhand von Objekten aus dem Ethnologischen Museum mit der wechselvollen Geschichte seiner japanischen Heimat und der damit einhergehenden Berliner Sammlungsgeschichte auseinander.

Das Tagebuch des norwegischen Kapitäns Adrian Jacobsen, der im späten 19. Jahrhundert im Auftrag des Museums für Völkerkunde Berlin die Nordwestküste Amerikas bereiste, wird neu und durchaus subjektiv interpretiert: Eine theatralische Inszenierung des für seine anarchischen Performances bekannten Berliner Puppentheaters Das Helmi und ein Computerspiel der österreichischen Künstlergruppe gold extra erzählen die abenteuerliche Sammlungsgeschichte in kritisch-ironischer Form.

Das Projekt "Aneignungen" bringt erstmals im Humboldt Lab das Performative ins Spiel: Wie kann man sich verloren gegangenen performativen Akten künstlerisch nähern, sie gar rekonstruieren oder re-enacten? Die KünstlerInnen Ant Hampton, Britt Hatzius sowie die Choreografen deufert&plischke präsentieren erste Ergebnisse des von Florian Malzacher (Mousonturm, steirischer herbst, Impulse Theater Biennale) kuratierten Lab-Projekts. An einer performativen Konferenz im November sind zudem die KünstlerInnen Ulf Aminde, Yael Bartana, Kapwani Kiwanga, Politique Culinaire und Alexandra Pirici beteiligt.

Wie lässt sich Gegenwart in ethnologischen Museen darstellen? Filmemacherin Ulrike Folie und Kurator Markus Schindlbeck setzen Filme aus dem Ethnologischen Museum in einen Dialog mit Objekten der Dauerausstellung Südsee und Australien. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit sensiblen Objekten aus dem Ethnologischen Museum, die aus geheimen und rituellen Kontexten stammen und deshalb Tabus oder Beschränkungen unterworfen sind. Seit Jahrzehnten wird der Umgang mit diesen Objekten in ethnologischen Museen weltweit kontrovers verhandelt. Im Humboldt Lab wird offen und mithilfe einer expliziten Szenografie vom Studio TheGreenEyl die Problematik zur Diskussion gestellt.

Humboldt Lab Dahlem ist ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

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Mo geschlossen
Di 10:00 - 17:00
Mi 10:00 - 17:00
Do 10:00 - 17:00
Fr 10:00 - 17:00
Sa 11:00 - 18:00

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