Womans evening jacket and pants (Detail), Herbst / Winter 1990-91; Foto Ellen Labenski

Giorgio Armani

von: 08.05.2003 bis: 13.07.2003

Neue Nationalgalerie

EINE AUSSTELLUNG DER SOLOMON R. GUGGENHEIM FOUNDATION IN KOOPERATION MIT DEM KUNSTGEWERBEMUSEUM IN DER NEUEN NATIONALGALERIE

AUSSTELLUNGSGESTALTUNG ROBERT WILSON

DIESE AUSSTELLUNG WIRD ERMÖGLICHT DURCH

Giorgio Armani, einer der einflussreichsten Modedesigner des 20. Jahrhunderts, veränderte die Regeln zeitgenössischer Mode grundlegend, er schuf visionäre Prototypen moderner Kleidung. Sein Verzicht auf übermäßiges Ornament und die Übertragung sportlicher Elemente in die Business- und Abendgarderobe prägten jenen zwanglosen Stil, der gegenwärtig die Mode bestimmt. Die Ausstellung Giorgio Armani präsentiert das Schaffen dieses bereits legendären Modeschöpfers in einer für Berlin neu inszenierten Gestaltung von Robert Wilson.

Die Ausstellung Giorgio Armani stellt die Entwicklung des Designers und seinen Beitrag zu Mode und Kultur der letzten 25 Jahre vor. Kleidungsstücke verschiedener Epochen werden in inhaltlichen Gruppierungen präsentiert um Motive zu verdeutlichen, die sich wie ein roter Faden durch Armanis Oeuvre ziehen. Spektakuläre Abendmoden und Adaptionen des Smokings für Frauen stehen am Beginn dieser Vorstellung von Armanis Werk. Außerdem wird die zurückhaltendere Tagesgarderobe gezeigt, die den Ruhm des Designers begründet hat. Viele dieser Modelle sind von den lässigen Schnitten und den warmen Farben der nordafrikanischen Wüste inspiriert und stehen beispielhaft für Armanis neutrale Farbpalette aus Sandfarben oder "greige"-Tönen (grau/beige). Beispiele von Körper betonten Herrenanzügen und maskulinen Jacketts für Frauen, die an Marlene Dietrich erinnern (ein wichtiger Einfluss auf Armanis Anzüge für Frauen) unterstreichen den berühmten androgynen Look des Designers. Dieser moderne Stil wird von romantischen Einflüssen traditioneller und historischer Entwürfe gemildert, die sich auf Klassizismus und Gründerzeit beziehen. Diese Kleidungsstücke werden neben Ensembles präsentiert, die mit Stickereien geschmückt oder mit Perlen besetzt sind und sich an Mode und Textilen aus fernöstlichen Kulturen wie China, Indien und Polynesien anlehnen. Armanis Interesse am Orient zeigt sich deutlich in seinem minimalistischen Umgang mit Tages- und Abendgarderobe, der scheinbar exotische Kleidung auf anspruchsvolle und gleichzeitig praktische Schlichtheit reduziert. So werden seine Anleihen beispielsweise an Japan in seinen Interpretationen traditioneller Kimonos sowie Samurai- und Ô-yoroi-Waffenröcken deutlich. Armani beschreibt seine Entwürfe als Kostüme für die Bühne der Welt und stellt in dieser Ausstellung viele seiner "Charaktere" vor. Gezeigt werden ausgewählte Kleidungsstücke für Filme ebenso wie Modelle, die man schon auf den roten Teppichen der Oskarverleihung und ähnlicher Veranstaltungen gesehen hat, die mit dem Glamour und kulturellen Gewicht Armanis verbunden werden. Eine kleine Auswahl von Skizzen, Modefotografien und Filmausschnitten vervollständigt den Blick des Designers auf seine eigenen Kreationen und ihre Interpretation durch Dritte.

Durch den Einsatz von Licht, Ton und architektonischen Elementen hat der international anerkannte Künstler und Gestalter Robert Wilson die Neue Nationalgalerie in eine Bühne verwandelt, auf der Armanis Kreationen präsentiert werden.

Veranstalter:

Kunstgewerbemuseum