Anselm Kiefer: Mohn und Gedächtnis, 1989, Objekt und Installation

Gegenwelten
Das 20. Jahrhundert in der Neuen Nationalgalerie

von: 18.12.2004 bis: 22.05.2005

Neue Nationalgalerie

Nach dem Erfolg des "MoMA in Berlin" zeigt die Nationalgalerie ihre eigene Sammlung, ergänzt um Hauptwerke der Sammlungen Erich Marx und Friedrich Christian Flick, in einer neuen Hängung unter dem Titel "Gegenwelten". Die Kunst des 20. Jahrhunderts wird hier nicht als reine Abfolge stilistischer Entwicklungen begriffen, sondern durch Setzung starker Positionen und Gegenpositionen in ihrer Sprunghaftigkeit und Widersprüchlichkeit erfahrbar gemacht. Gemälde und Skulpturen werden ergänzt durch andere Medien, die auch Aspekte der Populärkultur umfassen.

Eine Mittelachse, welche die beiden Hälften des Jahrhunderts voneinander trennt, verbindet die großen Werke der amerikanischen Pop Art (Warhol) und der Minimal Art (Newman, LeWitt, Stella) mit zentralen Arbeiten der deutschen Künstler Beuys und Kiefer. Ihre Installationen sind tiefgründige Geschichtsbilder und verweigern sich einer Kunst der oberflächlichen Sinnesreize.

"Gegenwelten" stellten bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Künstler der "Brücke" her. Der historische Rundgang führt vorbei an Bauhaus-Meistern wie Klee und Feininger, Sozialkritikern wie Grosz und Dix sowie der berühmten Collage "Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauch-Kulturepoche Deutschlands" von Hannah Höch. Diesen vielgestaltigen "Gegenwelten" zum offiziellen Kunstkanon korrespondierten in der zweiten Jahrhunderthälfte Bewegungen wie Zero, Cobra, Arte Povera. Hier wurden neue Welten erschlossen, die jenseits des klassischen Gemäldes liegen. Die europäische Malerei jedoch lebt weiter, existentialistisch und gewalttätig bei Bacon, kaleidoskopartig und detailliert bei Tübke, hintergründig und ironisch bei Polke.

Wir danken Museum & Location für die finanzielle Unterstützung bei der Realisierung der Ausstellung.

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