JUNG Yeondoo (*1969), Wonderland: Little Red Riding Hood, 2004

Four from Korea
KIM Changkyum, OH Inhwan, YOUNG-HAE CHANG HEAVY INDUSTRIES, JUNG Yeondoo

von: 23.09.2005 bis: 20.11.2005

Museum für Asiatische Kunst

In der Sonderausstellungshalle der Museen Dahlem

Im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen

In Zusammenarbeit mit der Korea Foundation und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Handel der Republik Korea und dem Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Die Staatlichen Museen zu Berlin präsentieren mit "Four from Korea" im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen vier Positionen aktueller koreanischer Kunst, die auf unterschiedliche Weise Aspekte des rasanten technologischen und kulturellen Wandels in ihrem Heimatland widerspiegeln. Themen wie Identität und Kommunikation, Realität und Fiktion stehen dabei im Zentrum ihrer Arbeiten.

Das technologisch avancierte, dabei immaterielle und flüchtige Medium des Internet wählt das Künstlerduo Young-Hae Chang Heavy Industries (gegründet 1999). Wollen die Künstler hinter ihrem Decknamen unerkannt bleiben, so spielen auch ihre auf Text und Jazzmusik basierenden "Filme" mit subversiven Erzählungen auf die Anonymität dieses Massenkommunikationsmediums an. Während ihre Werke sonst online unter www.yhchang.com erfahrbar sind, setzen Young-Hae Chang Heavy Industries in der Ausstellung eines ihrer Projekte installativ um.

Ebenso wie das Künstlerduo hat auch Inhwan OH (geb. 1964) bereits international Beachtung gefunden. Seine raumgreifenden Bodeninstallationen mit Räucherwerk, die er der spezifischen Ausstellungssituation anpasst, markieren wie eine vergängliche Topografie die Namen von Gay Bars und Clubs der jeweiligen Umgebung. So thematisieren sie unter dem Titel "Where a Man Meets Man in ..." Formen des - flüchtigen, anonymen - Aufeinandertreffens, während sich das Werk selbst während der Dauer der Ausstellung in duftenden Rauch auflöst.

Die Grundlage für die Fotoserie "Wonderland" von Yeondoo JUNG (geb. 1969), der auf der diesjährigen Biennale von Venedig vertreten sein wird, waren Zeichnungen von Kindern, die JUNG unterrichtet hatte. Ausgehend von diesen Zeugnissen einer unbändigen kindlichen Phantasie reinszenierte er in Fotografien die dargestellten Szenen und griff dabei auf die Hilfe eines Stabs von Kostüm- und Bühnenbildnern zurück. Mit der Übersetzung kindlicher Phantasiewelten in die künstlerische Realität stellt er die Frage nach dem Verhältnis von Imagination und Wirklichkeit und bewegt sich zugleich, als studierter Bildhauer, zwischen den Gattungen.

Um das Verhältnis von Realität und Fiktion, Sichtbarem und Imaginiertem geht es auch in den Videoinstallationen von Changkyum KIM (geb. 1961). Dabei nimmt der Künstler sowohl auf die politische Geschichte Koreas wie auf den kulturellen Einfluss des Westens Bezug. Scheinwelten und gesellschaftliche Krisen, Erinnerung und Gegenwart, das Individuum und seine kulturelle Identität im Zeitalter der Globalisierung stehen dabei im Zentrum seiner elegisch-verhaltenen Filme.

Veranstalter:

Museum für Asiatische Kunst