Dayanita Singh
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19.09.2003 bis 07.12.2003

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Ein Projekt im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen - Berlin 2003 - Fokus Indien. Mit Unterstützung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Dayanita Singh fotografiert im farbprächtigen Indien ausschließlich schwarzweiß. Ihr Stil steht in der Tradition der Dokumentarfotografie eines August Sander. Der Beginn ihres Œuvres ist durch einen fotojournalistischen Stil gekennzeichnet, den sie in ihren Porträtaufnahmen zu formalisieren begann. Im Gegensatz zu den bekannten indischen Motiven fotografiert Singh in der Serie "Family Portraits" Menschen, die Zeit, Geld, Diener, schöne Häuser und edle Hunde haben. Ihr Insider-Blick auf den Lebenstil von Freunden, auf traditionelle Familien und Bekannte zeigt eine Lebensart, die ausschließlich in westlichen Großstädten erwartet wird. So entsteht ein überraschendes Gesellschaftsbild des zeitgenössichen Indien - ein Land im Übergang, der Brüche und Verwestlichung, das zwischen traditioneller Struktur und Moderne oszilliert.

Parallel zur Ausstellung im Hamburger Bahnhof wird Dayanita Singhs Fotozyklus "Myself Mona Ahmed" im Museum für Indische Kunst, Lansstr. 8, 14195 Berlin bis zum 1. Februar 2004 gezeigt. Für die in über dreizehn Jahren entstandene Fotoserie "Myself Mona Ahmed" hat Singh den Eunuchen Mona begleitet. Dieses Langzeitprojekt gewährt einen außergewöhnlichen Einblick in ein Leben, das aus den gängigen Geschlechterkategorien herausfällt.