Tomba dei vimini, originale Fundsituation mit den namengebenden geflochtenen Weidenrouten

Canosa und Arpi
Grab und Grabraub in Apulien

von: 24.05.2003 bis: 03.08.2003

Pergamonmuseum

Welches historische Wissen vermittelt uns eine kostbare Vase, die aus einer illegalen Grabung in den Kunsthandel gekommen ist? dieser Frage will die Ausstellung nachgehen, indem sie zwei Grabkomplexe aus Apulien gegenüberstellt. Auf der einen Seite wird eines der wenigen vollständig erhaltenen Grabanlagen präsentiert: der spektakuläre Fund der sogenannten Tomba dei vimini aus Canosa di Puglia aus dem 4. Jh. v. Chr. mit drei Bestattungen. Die beinahe 300 Beigaben reichen von Miniaturkeramik über Waffen hin zu großformatigen Prunkvasen. An den Funden können nicht nur Formen und Funktionen der Grabbeigaben analysiert, sondern auch Bestattungsrituale nachvollzogen werden.

Demgegenüber zeigt das Beispiel des Ipogeo della Medusa aus Arpi die Folgen brutaler Raubgrabung. Es wurde nicht nur mit einem Bagger schwer beschädigt und beraubt, sondern die vermeintlich unbrauchbaren Gegenstände wurden auch noch mutwillig zerstört. Zusammen mit Arbeitsinstrumenten von Raubgräbern kann man sich ein Bild von ihrer Vorgehensweise machen. Ein Arsenal von Vasen, das im Rahmen einer Razzia beschlagnahmt werden konnte, lässt leider erkennen, dass sie nur noch einen Bruchteil an Informationen gegenüber solchen aus einem geschlossenen Kontext bieten.

Veranstalter:

Antikensammlung