Australien im Auge der Kamera
Ausgewählte Fotografien von Charles Kerry (1858-1928) von John W. Lindt (1845-1926)

29.10.2004 2011
Ethnologisches Museum

Anlässlich des Monats der Fotografie gibt das Ethnologische Museum einen Einblick in die Schätze seines Fotoarchivs und zeigt frühe Fotografien Australiens von Charles Kerry und John W. Lindt.

Fotografien aus Australien wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom damaligen Museum für Völkerkunde mit besonderer Beachtung erworben, weil sie eine so genannte "untergehende Welt" dokumentieren sollten. Unter den Urhebern dieser Fotografien treten vor allem zwei Namen in Erscheinung, die für eine große Verbreitung der Aufnahmen sorgten: Charles Kerry und John W. Lindt. Kerry und Lindt haben ein weites Spektrum von Motiven abgelichtet, darunter Abenteurer und Goldgräber, ländliche Idylle und Felsenhöhlen sowie die aufstrebende Gesellschaft der eingewanderten Europäer in Sydney und Melbourne.

Im Besitz des Ethnologischen Museums befindet sich ein Album mit Fotografien von John W. Lindt, das den Titel "Australian Scenery & Aboriginals" trägt. Dieses enthält im Studio aufgenommene Portraits, teilweise kunstvoll arrangiert, beispielsweise ein Weißer, der ein Schaf schert, oder Aborigines vor einem erlegten Känguru. Daneben umfasst das Album vor allem idyllische Landschaftsaufnahmen, mit oder ohne Personen, sowie Aufnahmen von Siedlungen und kleinen Städten.

Von Charles Kerry wählte man hauptsächlich Aufnahmen aus, die die einheimische Bevölkerung Australiens abbilden. Darunter sind, wie schon bei Lindt, im Studio arrangierte Szenen, die Aborigines beim Feuermachen zeigen oder wie sie ihre Waffen schwingen.
Daneben - und im Unterschied zu Lindt, in dessen Album solche Fotografien kaum vorkommen - bilden Außenaufnahmen den größten Bestand, die Einheimische bei Zusammenkünften, Zeremonien und corroboree (Tänzen) zeigen.
Zudem besitzt das Ethnologische Museum einige Aufnahmen der Tropfsteinhöhlen von Jenolan, im Südwesten Australiens.

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Bitte beachten Sie, dass die Ausstellungen Südsee und Indianer Nordamerikas des Ethnologischen Museums sowie das Juniormuseum seit dem 11. Januar 2016 geschlossen sind.

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