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Bis auf Weiteres
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Die Sammlung von Erich Marx und die Geschichte des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sind eng miteinander verbunden. Das Museum wurde 1996 mit der Sammlung Marx eröffnet, nachdem der Architekt Josef Paul Kleihues das ehemalige Bahnhofsgebäude umfassend rekonstruiert und im Osten mit einer großen tonnengewölbten Gemäldegalerie erweitert hat. In ihrem Kernbestand konzentriert sich die Sammlung Marx auf Werke weltberühmter Künstlerpersönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, darunter Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Cy Twombly und Andy Warhol. Von ihnen erwarb Erich Marx Werkgruppen von höchster Qualität und ergänzte diese Auswahl kontinuierlich mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Die Werke der Sammlung Marx werden in zum Teil temporären, zum Teil dauerhaften Präsentationen gezeigt.

Außerdem werden im Bereich der Historischen Halle verschiedene Werke der Installationskunst aus der Friedrich Christian Flick Collection, der Sammlung Marzona und der Nationalgalerie gezeigt. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes treten Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie mit installativen Arbeiten aus der Sammlung der Haubrok Foundation in einen Dialog. Beteiligte Künstler und Künstlerinnen: Stan Douglas, Elmgreen & Dragset, Bruce Nauman, Susan Philipsz, Marjetica Potrc u. a.

Sammlung Marx

Die dauerhafte Präsentation von Hauptwerken des Künstlers Joseph Beuys im Westflügel des Museums, findet derzeit eine Erweiterung in der Kleihueshalle. Denn die jüngste Erwerbung des Sammlers, das Environment „Das Kapital Raum 1970-1977“, 1980 von Joseph Beuys für die Venedig Biennale geschaffen, ist nun dauerhaft hier installiert. Ihr Entstehungskontext wird durch eine Reihe von Filmdokumenten verdeutlicht, die zentrale Aktionen des Künstlers aus den Jahren 1968 bis 1971 zum Gegenstand haben. Sie zeigen die radikale Konsequenz seiner Überzeugung, Kunstproduktion als „Soziale Praxis“ zu verstehen, die darauf zielt, die Entfremdung zwischen Mensch und Umwelt zu überwinden.

Joseph Beuys
Das Kapital Raum 1970-1977
ab 3. Dezember 2016, bis auf weiteres

Dies ist jetzt das Denkmal. Richtig, das Denkmal, wie man es kennt, starr, aufgebaut. Da stehen die einzelnen Zeichen, da ist was drauf geschrieben wie bei den Pyramiden, da sind Hieroglyphen, die müssen entziffert werden…
Joseph Beuys 1980

Das Environment „Das Kapital Raum 1970-1977“ bezieht sich, wie sein Titel deutlich ausweist, auf die Begriffsarbeit von Beuys, vor allem auf seinen, in Auseinandersetzung mit Karl Marx entwickelten, neuen Kapitalbegriff. Beuys hatte in Gesprächen mit dem Publikum während der documenta 5 und 6 u.a. diesen Begriff herausgearbeitet, der sich nicht mehr auf das ökonomische, sondern auf das geistig-kreative Vermögen des Menschen bezog. Insofern hat Beuys die Kunst als modellhaften Ausdruck der Schöpferkraft (Kunst=Kreativität) mit dem Kapital (Kunst=Kapital) gleichgesetzt. Die 36 Tafeln an der Rückwand des Raumes legen Zeugnis von diesem diskursiven Prozess ab, der sich während der 100 Tage der documenta 6 1977 in Kassel ereignet hat. Einzelne an den Wänden stehende Tafeln stammen von der documenta 5. Die auf dem Boden des Raumes verteilten Instrumente, Gebrauchsgegenstände, getrocknete Gelatine und Tafeln beziehen sich auf zwei Aktionen, die Beuys 1970 aufgeführt hat: „Celtic (Kinloch Rannoch) Schottische Symphonie“ in Edinburgh und „Celtic+~~~~“ in Basel.

Beuys verbindet auf zwei unterschiedlichen Ebenen die rationale Begriffsarbeit mit den geheimnisvoll bleibenden Relikten seiner Aktionen, die sich auf das keltische Christentum bezogen, also eine spirituelle Ebene ansteuerten. In der Basler Aktion hatte Beuys in der Eingangssequenz durch die Fußwaschung von zwölf Besucherinnen und Besuchern den christlichen Bezug deutlich herausgestellt. Der Flügel wurde in beiden Aktionen nicht gespielt, sondern antizipierte eine mögliche Musik, einen Klang der Zukunft. Diesen „leeren“ Zustand hat Beuys in seiner Installation auch auf die Filmapparaturen und die Tonbandgeräte übertragen, die ohne Filmrollen und Tonbänder gezeigt werden. Beuys sprach von einem Monument, in dem die Bewegungen gleichsam erstarrt sind und der Wiederbelebung durch den Betrachter harren. Die Filme, die während der Aktion 1970 gezeigt wurden, haben wir in der gegenwärtigen Ausstellung der Sammlung Marx integriert.

Der vielteilige und großformatige Raum wurde 1980 von Beuys für die Sonderausstellung „L’arte degli anni Settanta“ der 39. Biennale in Venedig geschaffen. 1983 war die Installation Teil der Ausstellung „Der Hang zum Gesamtkunstwerk. Europäische Utopien seit 1800“ in Zürich. Ab 1984 war das Werk in seiner vierten Fassung an seinem als endgültig gedachten Aufstellungsort in den Hallen für Neue Kunst in Schaffhausen zu sehen. 2014 wurde dieses Institut aufgelöst. Das Werk von Beuys stand zum Verkauf. Der Sammler Erich Marx erwarb das Environment und übergab es als Dauerleihgabe der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin.

 

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Do 26.04.2018 18:00 Uhr
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
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So 04.03.2018 14:00 Uhr
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Zurzeit sind die Rieckhallen wegen Ausstellungsaufbaus geschlossen.

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